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B. Kamerun.
3. Erläuterung'wichtiger klinischer Beobachtungen und kasuistische Mitteilungen.
a. Weiße.
Bezüglich der Erkrankungen an Malaria, Schwarzwasserfieber und Ruhr auf den einzelnen Stationen sei auf die vorstehende Tabelle verwiesen.
I. Übertragbare Krankheiten und allgemeine Erkrankungen.
Röteln. Anfang Mai trat eine kleine Epidemie von Röteln in Soppo auf. Es konnte ermittelt werden, daß ein weiterer Europäer wahrscheinlich 4 Wochen vorher ebenfalls daran gelitten hatte.
Die kleine Epidemie verlief ohne Besonderheiten.
Unterleibstyphus. 1 Fall von Unterleibstyphus, der sich an eine Dysenterie anschloß und durch eine heftige Darmblutung kompliziert war, ging in Genesung über.
Malaria. Der Zahl der Krankheitsfälle nach steht Malaria auch dieses Jahr wieder an der Spitze. Es sind allerdings viele Fälle dabei, die bei Europäern auf Posten und Dienstreisen, also außer ärztlicher Beobachtung, erfolgten.
Von den 74 Zugängen an Malaria unter Europäern waren sämtlich Malaria tropica, 1 Fall war durch Quartana kompliziert. Kein Todesfall.
Im allgemeinen war der Verlauf günstig. In Banjo kamen 2 schwere Fälle zur Beobachtung, von denen der eine von chronischem Charakter mit Milztumor, Albuminurie, Herzverbreiterung, Anämie und Magen-Darmkatarrh, der zweite mit Schwarzwasserfieber kompliziert war.
In Duala kam 1 Fall von Schwarzwasserfieber zur Beobachtung. Verlauf günstig. Der Kranke wurde als tropendienstunfähig in die Heimat gesandt.
Aus 4 Fällen von Schwarzwasserfieber in Ivusseri endete der eine infolge von Anurie tötlich, 2 mußten als tropendienstunfähig in die Heimat entsandt werden, während der 4. Fall ganz leicht verlief. Sämtliche 4 Fälle waren nach 1.0 Chinin aufgetreten.
1 Fall von Schwarzwasserfieber in Jaunde nahm einen schweren Verlauf mit Sinken des Blutfarbstoffgehaltes bis auf 40 °/„ und während der Rekonvaleszenz auftretender Pleuritis und Malaria tropica. Heimsendung als tropendienstunfähig.
Ruhr. In Duala wurden bei den 2 Ruhrerkrankungen Amöben festgestellt.
1 Fall von Amöbendysenterie in Jaunde ging ohne Komplikationen in Heilung über.
II. Krankheiten des Nervensystems.
Gehirnerschütterung. 2 Fälle, beide hervorgerufen durch Sturz mit dem Pferde. In einem Fall bestand nebenbei Quetschung des Kopfes, im andern Fall Quetschung des linken Hodens.
Nervenschwäche. Ein Vizefeldwebel in Duala brach unter den Erscheinungen von schwerer Neurasthenie, angeblich infolge wochenlang hindurch erlittener körperlicher Strapazen und schwerer seelischer Erschütterungen zusammen. Vor Jahren hatte er an Lues gelitten. Der Gedanke liegt nahe, daß diese vorausgegangene Erkrankung, vereint mit den Einflüssen des Tropenklimas, einen erhöhten Reizzustand des Gehirns geschaffen hat. Er wurde als tropendienstunfähig nach Deutschland gesandt.
III. Krankheiten der Atmungsorgane.
Lungenentzündung. 1 Fall von Lungenentzündung endete unter starker Dyspnoe, Cyanose und Herzschwäche tödlich.