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III. Togo. B. Anecho.
Im rechten Unterkiefer fehlten die beiden Backzähne, der Eckzahn und der äußere Schneidezahn. Der Unterkiefer ist in deren Bereich zackig, vom Periost entblößt, schwarz verfärbt. Das diese Stelle umgebende Geschwür reicht 2 cm auf die Wangenschleimhaut, auf die Schleimhaut des Kinns fast bis zur Mittellinie und den inneren Lippenrand, nach innen bis zur Mittellinie des Mundbodens unter der Zunge bis zum Frenulum.
Die Ränder sind stark verdickt, etwas unterminiert, wie der Grund mit schwarzen nekrotischen Fetzen bedeckt.
Im weiteren Verlauf ging die Schwellung fast ganz zurück. Die nekrotischen Fetzen stießen sich zum Teil ab.
Das Fieber blieb aber hoch und wurde nur durch unregelmäßige kurze Remissionen unterbrochen.
Der Tod trat am 21. Tage nach Beginn der Krankheit ein.
Vier weitere Fälle von Bilharzia wurden mit Thymolklistierai, wie schon im vorigen Jahre berichtet wurde, behandelt. Die Erscheinungen wurden nach 4- bzw. 5- und 3wöchiger Behandlung beseitigt. Zwei dieser Behandelten stellten sich nach 3 Monaten bzw. 4 Wochen vor und waren noch gesund.
B. Anecho.
(Berichterstatter: Regierungsarzt Stabsarzt Dr. Rodenwaldt.)
1. Allgemeines.
1. Sanitätspersonal.
Als Regierungsärzte waren in der Berichtszeit in Anecho tätig vom 1. April 1911 bis zum 25. September 1911 Regierungsarzt Stabsarzt Dr. Rodenwaldt, vom 2b. September 1911 bis zum 12. März 1912 Regierungsarzt Dr. Sünder, vom 13. März 1912 bis zum Schluß des Berichtsjahres Regierungsarzt Dr. Simon.
Während der ganzen Berichtszeit standen an europäischem Hilfspersonal zwei Schwestern des Deutschen Frauenvereins für Krankenpflege in den Kolonien zur Verfügung. An farbigen Angestellten wurden 2 Heilgehilfen und b Gesundheitsaufseher verwendet.
2. Sanitäre Einrichtungen.
Am Xachtigalkrankenhaus sind außer den allernotwendigsten Flickarbeiten keine größeren Instandsetzungen vorgenommen worden. Die Decke zwischen Küche und Operationsraum ist wiederholt, auch von sachverständiger Seite, als baufällig bezeichnet worden, da die Balken, welche einen schweren Zementfußboden zu tragen haben, vollständig von Termiten zerfressen sind. Das große Schutzdach vor der Küche brach im Sommer 1911 in sich zusammen und mußte vollständig neu hergestellt werden. Es zeigte sich, daß sämtliche Balken und Bretter von Termiten durchfressen waren. Auch an dem vom Operationsraum zum Haupthaus führenden Gange und im Fußboden der Veranda in der Nähe des zur