43°
III. Togo. A. Lome.
II. Gesundheitsdienst.
10. Seuchenbekämpfung.
Die Malariabekämpfung wurde wie früher durch Aufsuchen von Mückenbrutstätten durch eingeborene Angestellte ausgeübt. Durch Beseitigung des Busches und Grases wurden die Schlupfwinkel der Mücken vermindert. Durch Auffüllen der Sandgruben und von Lagunentümpeln wurden die Brutstätten der Mücken verringert. Trotzdem der Regen bereits im Juni nachließ, traten infolge der ausgedehnten Wasseransammlung in der Lagune und in den Sandgruben Mücken in sehr großer Menge auf, nahmen Ende Juli infolge kühler Witterung ab, nahmen im September und Oktober an Häufigkeit wieder zu, um dann bis zum Ende des Berichtsjahres allmählich sich zu verringern. Die persönlichen Schutzmaßregeln bestanden außer im mechanischen Schutz (Mückenschutznetze, Gazekasten) in Chininprophylaxe. Alle Arten dieser waren vertreten. Bei weitem die Mehrzahl befolgte die Wochen- prophvlaxe (an 2 aufeinanderfolgenden Tagen jeder Woche zusammen 1,5—2,0 g). Mit Abnahme der Mücken Ende Dezember unterließen
viele Europäer die Chininprophylaxe. Die Folge davon war ein Ansteigen der Erkrankungen.
Mit Beginn der Regenzeit traten die Pocken im Bezirk Lome-Land auf. Die Seuche nahm eine seit vielen Jahren nicht beobachtete Ausdehnung und auch den Eingeborenen unbekannten bösartigen Verlauf. Ebenso häufig waren nach Berichten die Erkrankungen auf dem benachbarten Gebiet der englischen Goldküste.
In Lome-Stadt kamen nur wenige Infektionen vor. Es wurden im ganzen 159 Eingeborene behandelt. Davon waren 27 Personen in Lome infiziert. Die anderen wurden teils von benachbarten Dörfern in das Krankenhaus gebracht, teils waren sie außerhalb der Stadt (im Bezirk Lome-Land und in der Goldküste) infiziert.
Die Sterblichkeit betrug im Krankenhaus 16,3 °/o- Im Bezirk Lome-Land soll sie beträchtlich höher gewesen sein.
Von den behandelten Kranken waren 25°/ 0 , von den Gestorbenen 33°/ 0 in den letzten 5 Monaten mit Erfolg geimpft.
Es wurden umfangreiche Impfungen vorgenommen, in Lome und nächster Umgebung meist unter ärztlicher Aufsicht. Es wurden hier 17 282 Personen geimpft. Soweit sich aus der Kontrolle der zur Nachschau sich einstellenden Impflinge schließen läßt, betrug der Impferfolg durchschnittlich 70°/o- Im Bezirk Lome-Land wurden weitere 7457 von eingeborenen Heilgehilfen geimpft. Eine viel größere Anzahl wurrde noch durch einen europäischen Beamten geimpft.
Die Lymphe wurde zum geringen Teil vom staatlichen Impfinstitut in Hamburg bezogen (Trocken-, Glyzerin- und Lanolinlymphe), zum größten Teil in Lome (einmal in Sokode) durch einen Heilgehilfen) durch Verimpfung von Trockenlymphe auf Kälber und Verarbeitung zu Glyzerinlvmphe hergestellt.