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1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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II. Kamerun.

I. Allgemeines.

1. Sanitätspersonal.

Bearbeiter: Oberstabsarzt Dr. Kuhn.

Der ärztliche Dienst im Schutzgebiet wurde durch 9 Regierungs­ärzte, von denen 2 in Duala, je 1 in Viktoria, Kribi, Edea, Lomie, Molundu und Buea stationiert und 1 auf Urlaub war, sowie durch die Sanitätsoffiziere der Schutztruppe wahrgenommen. Letztere erledigten nicht nur den engeren Truppendienst, sondern übten auf ihren Sta­tionen auch die regierungsärztlichen Geschäfte aus, die in der ärzt­lichen und hygienischen Fürsorge für die Europäer und Eingeborenen bestanden. Nach dem Etat waren an Militärärzten vorhanden : 1 Ober­stabsarzt als Chefarzt, 6 Stabsärzte, 8 Oberärzte. Ihre Standorte waren: Duala, Dschang, Bamenda, Banjo, Ebolowa, Kusseri, Jaunde, Garua, Dume.

Außerdem waren 2 Stabsärzte, 2 Oberärzte und 1 Assistenzarzt zur Schlafkrankheitsbekämpfung abkommandiert.

Mithin sind insgesamt 29 Arzte im Schutzgebietsdienst tätig ge­wesen. Die Leitung des gesamten Sanitätsdienstes lag in den Händen des Regierungsarztes Marineoberstabsarztes Dr. Waldow, der den in Deutschland auf Urlaub befindlichen Medizinalreferenten Professor Dr. Ziem an n vertrat.

Außerdem waren im Süden der Kolonie 2 bis 3 protestantische amerikanische Missionsärzte sowie beim Bau der Mittellandbahn 3 Bahnärzte vorhanden. Privatärzte haben sich im Schutzgebiet noch nicht niedergelassen.

Die Anzahl der regierungsseitig tätigen Ärzte reichte für die sani­tären Bedürfnisse des großen Gebiets nicht aus.

Dichtbesiedelte Gegenden wie die Landschaften von Jabassi, Bare, Bamum, Akonolinga blieben ohne Arzt. Ja, der gesamte Osten öst­lich der Linie Kusseri, Garua, Dume, Lomie ist selten von Ärzten be­sucht worden. Die Tätigkeit der Reiseärzte konnte angesichts der zwingenden Bedürfnisse an den Hauptorten des Landes überhaupt nicht ausgeübt werden.

Medizinalberichte über die deutschen Schutzgebiete. 1911/12.

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