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V.u Deutsch-Neuguinea, Inselgebiet.
(Ost-Karolinen, West-Karolinen mit Palau und Marianen und Marsch all-Jnseln.)
Die evangelischen Missionen.
1. Jahresbericht der „KiebenMer Mission" in Psnape (Ost-Karolinen).
Es ist bekannt, daß die Mission des „^.morioan öourä« hier in Ponape an die Liebenzeller Mission übergehen soll. Bis jetzt ist die ganze Angelegenheit noch in Unterhandlung. Es ist uns deshalb unmöglich, ganz genauen Bericht über den Stand der Mission zu erstatten.
Im Jahre 1906 im April sandte der „Jugendbund für entschiedenes Christentum" in Verbindung mit der „Liebenzeller Mission" den Herrn Missionar S. Hugen- schmidt nach Ponape zwecks Orientierung und Übernahme der Mission. Im September vorigen Jahres kam Herr Missionar Wiese, im April dieses Jahres Herr- Missionar Seibold.
Herr Missionar Wiese war einige Zeit auf den Marschallinseln zwecks Orientierung und späterer Übernahme der Mission daselbst.
Besonderer Wert wurde aus die Ausführung der Baulichkeiten gelegt. Dieselbe nahm ihren günstigen Verlauf und wir hoffen, bis Ende dieses Jahres alles beendigen zu können in der Kolonie. In Oua wurde be sonderer Wert auf die Urbarmachung des Landes gelegt.
Die Sammlung der Evangelischen wurde von neuem begonnen. Die Andachten wurden stets gut besucht und steigerten sich fortwährend. Neben den von eingeborenen Lehrern gehaltenen Schulen wurde besonderer Unterricht erteilt in der deutschen Sprache in der Knabenschule in Oua, in der Mädchenschule in Ponlon und in- der Schule in Taman.
Die Schulprüsungen zeigten einige erfreuliche Resultate.
Auch den eingeborenen Lehrern wurden die Anfangsgründe der deutschen Sprache beigebracht.
Zweimal wurden Reisen um Ponape herum gemacht zur Beaufsichtigung der Schulen und Predigtplätze.
Genaue Anzahl der Christen können wir nicht angeben, ist auch nicht ratsam, weil wir nur solche in die Zahl der Christen aufnehmen, die durch ihr ganzes Leben und Wesen beweisen, daß sie entschiedenes Christentum ausleben.
Wir sind für die gütige Beihilfe zur Verbreitung der deutschen Sprache zu viel Dank verpflichtet, und wir möchten an dieser Stelle nochmals ausdrücken dürfen, wie sehr wir dieselbe schätzen.
gez. S. Hugenschmidt, Missionar der „Liebenzeller Mission".