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V.i Deutsch-Ueu-Guinea, Altes Schutzgebiet.
(Bismarck-Archipel und Kmser-Wilhelmsland.)
A. Die evangelischen Missionen.
1. Sericht der MethadMchen Mission im Sismarck-Archipel für das Jahr W06/07.
Der Stand des europäischen Missionspersonals erlitt während des verflossenen Jahres folgende Veränderungen: Missionar W. H. Cox begab sich im Juni 1906 in Urlaub nach Australien, wohin ihm schor: im Februar seine Familie krankheitshalber vorausgehen mußte. Die dadurch leer gelassene Station Kudukudu auf der Ostküste Neumecklen- burgs konnte jedoch sofort wieder besetzt werden durch den von einer Erholungsreise zurückgekehrten Missionar Pearson. Anfangs September traf dann der deutsche ordinierte Missionar H. P. Wenzel aus Europa ein und bezog die Station Kabakada auf Neupommern, die seit einigen Jahren mangels einer besseren Kraft durch einen ursprünglich als Missionslehrer angestellten Herrn notdürftigerweise verwaltet wurde. Dieser wurde darauf im Dezember aus dem Missionsdienst entlassen und verzog nach Australien. Numerisch ist also eine Verstärkung der männlichen Arbeitskräfte nicht eingetreten, und da der Bedarf an solchen nicht gedeckt wurde, so blieb die seit 1904 nicht besetzte Station Eratubu auf der Westküste Nenmecklenburgs wieder verwaist. Eine Zunahme dagegen erfuhr die Zahl der ledigen Missionsarbeiterinnen durch Anstellung dreier Lehrerinnen, von denen eine deutscher Nationalität ist und eine andere über etwas Kenntnis der deutschen Sprache verfügt. Es stehen demnach am Werke: Drei ordinierte, verheiratete Missionare, zwei verheiratete nicht ordinierte, vier ledige Schwestern bezw. Lehrerinnen und ein verheirateter Pflanzungsverwalter.
Der Gesundheitszustand dieses Personals ließ besonders im letzten Halbjahr manches zu wünschen übrig, doch haben sich bereits mit dem Eintritt der besseren Jahreszeit die meisten Übel gehoben. Obwohl es in einigen Fällen fast zu befürchten war, wurden aber, Gott sei Dank, unsere Reihen nicht durch den Tod gelichtet.
Die Zahl der farbigen Hilfskräfte wurde durch die Zufuhr von sieben Leuten aus Witi, die zum Teil verheiratet sind und die Anstellung von gegen zwölf Eingeborenen des Archipels, die fast alle einen Vorbildungs- knrs auf Ulu beendet hatten, um ein Wesentliches vermehrt, so daß jetzt im ganzen 31 Samoaner und Witter, darunter ein ordinierter Prediger und drei mit Tanf- Lizenz und 131 Archipel-Eingeborene als besoldete Helfer tätig sind.
Neue Hauptstationen wurden nicht angelegt. Zu bemerken wäre aber an dieser Stelle, daß das Gehilfenseminar auf Ulu auf den nordwestlichen, noch nicht bearbeiteten Teil der Insel verlegt und ein neues Wohnhaus an der Einfahrt der Nordwest-Passage errichtet und vom Leiter der Station bezogen wurde. In der unmittelbaren Nähe der neuen Station findet sich des nötige
Missionsberichte. 19