IV, Deiltsch-Sü-weftasrilm.
Die evangelischen Missionen.
1. Kerrcht über die Tätigkeit der Rheinischen Mission in Mindhuk vom 1. April 1906 bis 31. Marx 1907.
Die Rheinische Missionsgesellschaft hat in Windhuk zwei Missionare stationiert, denen zwei eingeborene Gehilfen zur Seite stehen.
Missionar Wandres hat die namasprechende Gemeinde zu versorgen, zu der die zahlreichen Naman, Bergdamara und Bastards gehören.
Missionar Meier hat seine Arbeit unter den kriegs- gefangenen Herero gefunden. Beide Missionare predigen nur in den Landessprachen, d. h. nama resp. otji-herero.
Bei den kriegsgefangenen Herero ist es natürlich noch nicht zu einer Gemeindebildung gekommen, die freien Eingeborenen sind jedoch in einen festen Gemeindeverband gefügt.
Während bei den Herero eine feste Statistik unmöglich ist, zeigt die Statistik der namasprechenden Gemeinde ein anderes Bild. Neben 937 Getauften finden wir nahezu 400 Ungetanste im Taufunterricht. Auch die Schule wurde im Berichtsjahre fleißig besucht.
Ein Hindernis für einen regelmäßigen Schulbesuch bildet das sittenverderbliche Bambusenunwesen und nicht minder das ungesetzliche Mieten von schulpflichtigen Kindern. Eine Besserung wird durch das Inkrafttreten eines Dienstbotengesetzes erwartet.
Die rheinische Mission hat nicht die Mittel, eine Industrieschule hier zu errichten. Nach den früher gemachten Erfahrungen wird damit auch nicht viel erreicht.
Wir geben Zöglinge der hiesigen Missionsschule zu Handwerkern in die Lehre. So winden im Laufe des Berichtsjahres 4 Knaben der Schuhmacherei von Stern und Henker und Rabald übergeben, und ein besonders anstelliger Junge erlernt die Setzerei und Druckerei. Eine Anzahl Mädchen sind bei hiesigen Herrschaften als Dienstmädchen untergebracht.
Eine Vermehrung europäischer Arbeitskräfte für die hiesige Arbeit ist ins Auge gefaßt, ebenso die Errichtung eines Schulgebäudes und einer weiteren Missionarswohnung.
(gez.) C. Wandres,
Missionar.
2. Bericht über die Missionstätigkeit der Rheinischen Missionsgesellschaft im Hererolande vom 1. April 1906 bis 31. März 1907.
In der Missionsarbeit im Hererolande waren in dem abgelaufenen Berichtsjahre tätig: 21 ordinierte Missionare und 15 verheiratete Missionarsfrauen, 2 Bauhandwerker, 1 Ökonom, 2 Diakonissinnen und 4 andere weibliche Ar beiterinnen, Töchter von Missionaren. Gegen Ende des Jahres sind die beiden ältesten Missionare Bö hm und Heidmann aus der Arbeit ausgeschieden und in den Ruhestand getreten; jener hat 13 und dieser 41 Jahre fast ununterbrochen in der Arbeit gestanden. Zwei Missionarsfrauen sind gestorben, sonst war der Gesundheitszustand unter den Missionsarbeitern gut.
Wie im vorhergehenden, so wurde auch im Berichts jähr die Missionsarbe.it auf 12 Haupt- und 9 Neben
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