Jahrgang 
1908: 1906/1907
Entstehung
Seite
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3. Kericht -er Evangelischen Drüder-Mnität.

a) Misstonsprovin; Unyamwrzi.

I. Das Missionspersonal.

Im vergangenen Berichtsjahre fand mannigfacher Wechsel in der Besetzung der Stationen statt, beziehungs­weise konnten nun einzelne Stationen mit genügend Kräften besetzt werden. Es ist dies für unsere junge und doch so große Missionsprovinz ein besonderer Segen, da nun die eigentliche Missionsarbeit wirklich betrieben werden konnte. Der Wechsel brachte es so mit sich, daß die gesamte Leitung der Missionsprovinz nun endgültig nach Sikonge-Ngulu verlegt wurde. Neu traten in unsere Arbeit ein: Herr Pastor Löbner mit Frau und Frau Missionar Pagels. Eine empfindliche Lücke in unseren Kreis riß unser Gott durch den Heimgang von Frau Missionar Hartmann am 8. Juli 1906. Die Besetzung der Stationen ist nun folgendermaßen: Urambo: Herr Missionar A. Seibt mit Frau, Herr Pastor Löbner mit Frau; Sikonge-Ngulu: Herr Missionar R. Stern mit Frau, Herr Vorsteher G. Stolz mit Frau, Herr Missionar H. Rapparliö mit Frau, Herr Missionar G. Neuman; Jbole-Ugunda: Herr Missionar M. Brauer mit Frau; Kitundu-Kiwere: Herr Missionar Hartmann, Herr

Missionar E. Pagels mit Frau; Kipembabwe: Herr Missionar K. Büttner mit Frau.

Der Gesundheitszustand der Missionsgeschwister war im vergangenen Jahre ein nicht allzuguter. Der größere Teil der Missionare, so zum Beispiel die Herren Missio­nare Stolz, Seibt, Löbner, Rapparliö, Pagels, hatten sehr schwere Fieber durchzumachen, so daß wir im Rückblick auf die vergangene Zeit nur danken können, daß der Herr so gnädig hindurchgeholfen hat. Vor allem aber wurden auch die Frauen einiger Missionare, Frau Missionar Büttner und Frau Missionar Rapparliö von andauern­dem Fieber heimgesucht. Beide Male mußten wir den Arzt aus Tabora zu Hilfe rufen. Beide Male waren auch die Herren Arzte des Bezirksamtes so freundlich, unserer Bitte Folge zu leisten. Auch an dieser Stelle sei dafür noch­mals unser herzlichster Dank ausgesprochen. Erwähnens­wert an dieser Stelle ist noch dies, daß Herr Missionar Brauer von einem schweren Unglück betroffen wurde. In der Umgebung von Jpole und Sikonge war die Löwenplage überaus schwer und furchtbar. Gegen zehn Leute sind den Bestien zum Opfer gefallen. Da auch dies auf dem Stationsgebiet von Jpole geschah, so machte Herr Missionar Brauer im Verein mit vielen Leuten sich auf die Verfolgung der Löwen. Dabei geschah es, daß der Löwe selbst Herrn Brauer zu Boden warf und ihn am Arm sehr schwer verletzte. Gottes Gnade be­wahrte ihn vor weiterem Unheil und ließ ihn auch wieder von der Verwundung genesen. Leider konnten nur drei dieser Bestien erlegt werden.

II. Unsere einzelnen Stationsgcbiete.

Sie sind uns im Lause des vergangenen Jahres viel besser bekannt geworden. Noch an anderer Stelle wird davon die Rede sein. Unser Arbeitsgebiet erweiterte sich im vergangenen Jahr. Vor allem gilt dies von Usoke. Herr Provinzvorsteher G. Stolz hielt sich dort einige Monate auf, um einige Gebäude dort aufzurichten, so daß daselbst gleich nach völliger Besetzung der Station mit der Missionsarbeit begonnen werden kann. Wir hoffen, daß in diesem Jahr 1907 die Station fest besetzt wird. Herr Stolz konnte sich nur erfreut über die Teil­nahme der dort wohnenden Leute aussprechen. Ebenso ist Kupembabwe nun endgültig von unserer Provinz be­setzt worden, da Herr Missionar Büttner wegen der Gesundheit seiner Frau dorthin gehen mußte.

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