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1908: 1906/1907
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selben Grundstück noch die Knabenschule mit den Unter- kunftsräumen für die Zöglinge der Mission. Hier wird voraussichtlich auch der Neubau der Kirche seinen Platz finden. Auf dem Grundstück innerhalb der Umfassungs­mauer ist ein Wohnhaus für die Schwestern errichtet und durch Um- und Anbauten an die nach dem Taifun er­richteten provisorischen aber trotzdem festen Bauten Platz geschaffen für die Mädchenschule und die Wohnräume der farbigen weiblichen Missionszöglinge.

Auch auf den übrigen Stationen der Mission sind durch Ausbesserungsarbeiten und kleinere Neubauten bessere Wohnungs- usw. Verhältnisse geschaffen.

Die Bautätigkeit der evangelischen Mission war ge­hemmt durch die Verzögerung der Verhandlungen wegen Übergang an die Jugendbund-Missionare. Immerhin ist auch hier rüstig geschafft worden. Vor dem in der Kolonie im Vorjahre errichteten Wohn- und Bethause ist ein breiter Steindamm in die See geführt und damit das Anlegen von Booten ermöglicht. In Oa sind die notwendigsten Baulichkeiten errichtet.

Auch seitens der Kaufleute sind mehrere kleinere Bauten vollendet, so daß allmählich die Spuren des Taifuns von 1905 verwischt werden.

Die Bautätigkeit der Eingeborenen beschränkte sich darauf, ihre durch den Sturm zerstörten Hütten neu zu errichten, oder die in aller Eile aufgeschlagenen Not­bauten etwas wohnlicher zu gestalten. Des herrschen­den Geldmangels wegen konnten in den meisten Fällen Wellblech und Bretter nicht dazu verwendet werden, und viele Eingeborenen, die sich früher in dem Besitz eines nach europäischem Geschmack errichteten Häuschens sahen, müssen sich nun wieder mit einer Hütte be­gnügen, die aus einheimischen Erzeugnissen (Rohrwänden und Blätterdach) besteht. Die Regierung half auch hier, so weit als möglich und angebracht, durch Überlassung von altem Material.

VI. Die wirtschaftliche Entwickelung, a) Landwirtschaftliches.

Allgemeine Produktions- Wesentliche Änderungen sind nicht eingetreten. Die nnd NbsahverlMnisse. Arbeiterverhältnisse sind nach wie vor als sehr günstig zu bezeichnen,' das Angebot überstieg bei weitem die Nachfrage.

Produktion der Die Produktion der Eingeborenen erstreckte sich

Eingeborenen. wie bisher im wesentlichen nur auf Kokosnüsse und Seite bi unten Kopra. Die Kopraproduktion hat sich gegenüber dem d 58 obern^, Vorjahre wieder etwas gehoben, die Ausfuhr ist um

- 464 378 kA auf 625 770 gestiegen, ein Zeichen dafür,

daß die Folgen des Taifuns vom Jahre 1905 schon schwächer werden. Nur Steinnüsse werden noch wenig gehandelt, da die größte Anzahl dieser Palmen vernichtet ist, die Ergänzung der Bestände aber Jahre dauern wird.

Europäische Gegen Ende des Berichtsjahres hat ein Deutscher,

Unternehmungen. der schon mehrere Jahre hier und in Jaluit als an- - ri 3 ^. gestellter Kaufmann beschäftigt war, in der Landschaft ^Anlage- Metalamin auf Pouape ein kleines Plantagenunternehmen angefangen. Auf einem Landstück von zirka 100 Im will er neben Kokospalmen Versuche mit verschiedenen hoch­wertigen Pflanzungsprodukten, sowie mit Gemüse und anderen Gartengewächsen anstellen, auch Viehzucht treiben. Es wird abzuwarten bleiben, wie das Unternehmen, welches jede mögliche Unterstützung durch das Bezirks­amt erfährt, sich entwickeln wird, und ob die Erträgnisse der Gemüse- und Viehzucht dein Pflanzer, dessen Mittel nicht besonders große sind, bis zu den ersten Ernten von den Kokospalmen seinen Unterhalt geben werden.