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Ost-Karoline».
I. Allgemeines.
Die Witterungsverhältnisse zeigten auf Ponape während eines Teiles des Berichtsjahres zum Teil ausfällige Abweichungen gegenüber den vorjährigen, die sich hauptsächlich in lang anhaltenden Windstillen abwechselnd mit böigem Wetter äußerten. Doch boten sie keinerlei Grund zu Befürchtungen für das erneute Auftreten von Wirbelstürmen. In einem andern Teil des Bezirks, auf der Gruppe der Mortlock-Inseln, haben aber leider am 27./28. März durch einen starken Taifun veranlaßte Sturmfluten aufs neue Unheil allgerichtet.
Während die Taifune des Jahres 1905/1906 glück licherweise verhältnismäßig wenig Menschenleben gefordert haben, sind der Sturmflut diesmal in der Satauan- Lukunor- und Etal-Lagune leider 227 Eingeborene zum Opfer gefallen. Der Schuner der Jaluit-Gesellschaft, „Carl L Ella", ist auf offener See gekentert und untergegangen,' der Führer des Schiffes, Kapitän Warners, hat dabei sein Leben eingebüßt. Nur zwei Mann der Besatzung und vier eingeborene Passagiere haben nach 36stündigem Umhertreiben auf See ihr Leben retten können, indem die Strömung sie der Insel Ta zuführte. Nach Aussage eines dieser Geretteten, der auch den Taifun im Zlpril 1905 auf Ponape erlebt hat, soll das Unwetter vorn März 1907 womöglich noch stärker gewütet haben.
Die nächste Folge des Taifuns wäre unfehlbar eine Hungersnot auf diesen kleinen niedrigen Koralleninseln gewesen, da der größte Teil der Nutzpflanzen, soweit sie der Wind verschont hatte, durch die gleichzeitige Überflutung mit Seewasser zerstört wurde, wenn nicht ein kleiner gedeckter Kutter des auf Lukunor ansässigen Händlers der Jaluit-Gesellschaft, in der Lagune an geschütztem Ort vor Anker liegend, das Unwetter glücklich überstanden hätte. Mit diesem kleinen, ca. 8 Tonnen großen Fahrzeug, mit welchem der erwähnte Händler schon früher Fahrten nach Truk und Ponape unternommen hatte, segelte er auch jetzt nach Truk, holte von dort zunächst einige Nahrungsmittel nach den zerstörten Inseln und brachte dann die Trauerbotschaft nach Ponape. So war die Möglichkeit zur Hilfeleistung gegeben. Der kleine Kutter wurde mit den notwendigsten Bedürfnissen, Reis und Angelhaken und einigen Kochtöpfen zur Ablieferung an die Oberhäuptlinge der betroffenen Inseln entsandt, dann fuhr er nach Truk, um den in kurzer Zeit zu erwarteirden Postdampfer „Germania" zu veranlassen, die zerstörten Inseln anzulaufen, weitere Lebensmittel zu landen und den notleidenden Teil der Bevölkerung nach Ponape zu überführen.
Ponape selbst erholt sich langsam von der jetzt zwei Jahre zurückliegenden Verwüstung. Die altgewohnten
Taifune und deren Folgen. Wirtschaftliche Lage.