Jahrgang 
1908: 1906/1907
Entstehung
Seite
50
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Anlage 0.1V.

Wirtschaftliche Saii-ertrerichte.

1. Bericht des Arbeiterkommissars über die Arbeiter­verhältnisse der Pflanzungen im Bezirk Victoria, Bnea und Johann-Albrechts-Höhe.

Nachdem die Pflanzungen des Bezirks Johann- Albrechts-Höhe der Beaufsichtigung des Arbeiterkommissar-ö unterstellt worden sind, hat sich der Kreis der Pflanzun­gen nur die Kamerun-Kautschuk-Kompagnie in Mokonye, sowie um die Pflanzungen der Firma Wooden L Co. in Bay ba Kuke und der der Deutsch-Westafrikanischen Handels-Gesellschaft in Bonge, Bawo und Ekumba Ndene erweitert.

Die Arbeiterverhältnisse in diesen sämtlichen Bezirken sind im allgemeinen als gute zu bezeichnen, wenn auch durch die starke Heranziehung von Arbeitern zum Eisen­bahnban eine merkliche Erschwerung des Arbeiterzuzuges zu bemerken ist. Der durchschnittliche Satz der auf den Pflanzungen des Bictoria-Buea-Bezirks und der Kamerun- Kautschuk - Kompagnie beschäftigten Arbeiter beträgt etwa 7500 Mann, die in einem kontraktlichen Arbeitsver­hältnis stehen. Die Pflanzungen der Firma Wooden L Compagnie sowie der Deutsch-Westafrikanischen Han­dels-Gesellschaft beschäftigen nur Arbeiter aus den in der Nähe liegenden Dörfern. Der Bedarf derselben in Höhe von etwa 500 bis 600 Mann, je nach Jahreszeit, wird ohne jede Schwierigkeit durch die anliegenden Dörfer gedeckt.

Zurzeit besteht ein Arbeitermangel bei der West­afrikanischen Pslanznngs-Gesellschaft Victoria, der Deut­schen Kautschuk-Kompagnie in Ekona und der Bimbia Pflanzung. Bei der Westafrikanischen Pflanzungs-Gesell- schaft Victoria sowohl wie bei der Bimbia-Pflanzung dürste der Grund darin zu suchen sein, daß die Pflanzungen sich nicht rechtzeitig durch Arbeiteranwerbung genügende Hilfs­kräfte besorgt haben. Bei der Deutschen Kautschuk-Kom­pagnie liegt der Grund in der Absicht, den Betrieb der früheren Ekona- und Koke-Pflanzungen durch Schaffung von größeren Neuanlagen zu erweitern. Um dieser: Arbeitermangel zu beseitigen, bedürfen diese Pflanzungen etwa 1500 Arbeiter. Die Unterbringung und Verpflegung der Arbeiter auf den einzelnen Pflanzungen ist durchweg gut. Durch Anlage von großen luftigen Wellblechhäusern sowie bei Neuschlägen von luftigen Buschhütten ist in sanitärer Beziehung für die Arbeiter auf das beste ge­sorgt. Durch reichliche und stets abwechselnde Nahrung ist der Gesundheitszustand der Arbeiter bedeutend ge­hoben, so daß im letzten Jahr die Sterbeziffer bis auf 5 o/o heruntergegangen ist. Es besteht die Hoffnung, daß, falls bei Ausstellung von Anwerbeerlaubnissen seitens der Regierung die in den letzten Jahren gemachten Er­fahrungen betreffs der Widerstandsfähigkeit der einzelnen Stämme gegen das Klima berücksichtigt werden, die Sterblichkeit noch um ein Weiteres vermindert wird. Die Erfahrung hat jetzt bestimmt gelehrt, daß die Bewohner der Grasländer in der regenreichen Gegend der Pflanzungen west­lich des Kamerungebirges das Klima durchaus nicht ver­tragen, man kann sagen, fast mehr als Europäer unter Fieber