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Anlage li. VII.
Kericht
des
Biologisch-Landwirtschaftlichen Instituts Amani für das Etatsjahr 1906 bis 1907.
1. Sericht über das Institut in Amani selbst.
Allgemeines.
Durch die starke Nachfrage nach Arbeitern seitens der Pribatpslanzungen wurde die Beschaffung der nötigen Arbeitskräfte oft recht erschwert. Zeitweise wurde durch die Überweisung von Strafarbeitern ausgeholfen.
Außer einigen Reparatur-Arbeiten wurden zwei kleine Beamten-Wohnungen fast fertig gestellt.
Das Fremdenhaus wurde viel benützt, ganz besonders durch die Anwesenheit der deutschen SchlafkrankheitsExpedition unter Leitung des Geheimen Medizinalrats Pros. Dr. R. Koch, mit dem ein ganzer Stab von Gelehrten zusammen war. Von sonstigen Besuchern ist besonders die Studien-Kommission. des Reichstages zu erwähnen.
Der Postdienst dehnte sich so sehr aus, daß die Geschäfte des Institutes darunter zu leiden begannen und deshalb die Hersendung eines Fachpost-Beamten in die Wege geleitet wurde.
Von dem Institut wurde eine größere Sammlung von Produkten der Pflanzungen und der Eingeborenen- Kulturen für die Berliner Armee-, Marine- und Kolonial- Ausstellung bereitgestellt, sowie eine kleinere Sammlung für die wissenschaftliche Abteilung der Kunst-und Gartenbau- Ausstellung in Mannheim.
Im Kalenderjahr 1906 fielen in Amani 2327,:rs nun Regen in 231 Tagen. Die mittlere Jahrestemperatur war 19,80 o., das äußerste Maximum 29,ip, das äußerste Minimum 12,oO 0. Die Hauptregen fielen in den Monaten Januar, März bis Mai, November und Dezember.
In Mombo fielen in derselben Zeit 970 mm Regen an 133 Tagen, am meisten in den Monaten März und Mai.
Botanische Abteilung.
Die Studien über die Kräuselkrankheit des Maniok wurden weitergeführt, die vorläufig zu dem Ergebnis führten, daß dieselbe durch Stecklinge von kranken Pflanzen verbreitet werden kann, und es sich infolge dessen empfiehlt, bei Neuanbau nur tadelloses gesundes Material zu verwenden. Weiter wurden die Kautschuk-Anzapfversuche an Nuuibot OlaLlovn fortgesetzt und die Ergebnisse in der Zeitschrift „Der Pflanzer" veröffentlicht.
Die Sammlungen wurden in allen Teilen stark vergrößert und die Konservierungs-Arbeiten ausgeführt. Das Herbar umfaßte nach Abschluß des Berichtsjahres 1997 Arten, die Sammlung der Rohmaterialien tropischer Produkte: 72 Faserstoffe, 29 Färb-, Gerb- und wachs- artige Stoffe, Gummi, Harze usw.; 13 Medizinalpflanzen; 115 fette und aetherische Ole, nebst Teilen der Stamm- Pflanzen, 48 Kautschukproben nebst Stammpflanzen; 250 Nahrungsmittel, speziell Erzeugnisse der Eingeborenen-