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1908: 1906/1907
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v. Industrie und Gewerbe.

Industrien und Gewerbe sind im Schutzgebiet noch nicht heimisch geworden. In Daressalam wurde ein für Dampfmotor eingerichtetes großes Sägewerk in Betrieb gestellt, Ebenda hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesell­schaft eine Kanikifärberei angelegt. Ein Hotelbetrieb ersten und einer zweiten Ranges sind neu eröffnet worden.

Zahlreiche Anfragen und Vorstudien lassen annehmen, daß die nächsten Jahre auch auf industriellem Gebiet manches Unternehmen bringen werden,' insbesondere scheint sich das heimische Interesse der Fabrikatton von Gerb- stoffextrakten, ätherischen Ölen, Steingut, Zement und Halbstoffen für Papiere zuzuwenden. Auch schweben Pläne zur Ausnützung der reichen Wasserkräfte der Pan- ganifälle.

L. Handel und Umkehr.

1 . Außenhandel.

Das Schutzgebiet ist handelsgeographisch in zwei Wirtschaftsgebiete geteilt, von denen das westliche, binnen­ländische, von der Seengrenze der Kolonie bis etwa zur östlichen Wasserscheide des Tanganjika, das östliche, das Küstengebiet, sich an das westliche im Osten anschließend, bis zur Küste des indischen Ozeans reicht.

Das Küstengebiet, das weitaus wichtigere, steht mit dem Weltverkehr durch das Meer in direkter Verbindung. Der innere Verkehr vollzieht sich in sehr geringem Maße durch Fluß- und Fuhrwerksverkehr, mit mehr Bedeutung auf zwei noch kurzen Stichbahnen im nördlichen und mittleren Teile des Gebiets und in der Hauptsache durch den altgewohnten Trägerverkehr. Mit diesen Verkehrs­mitteln vollzieht sich auch der Waren- und Produkten­austausch mit den den Weltverkehr vermittelnden Hafen­plätzen an der Küste. Der Handel über diese Küstenplätze hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung genommen. Das binnenländische Wirtschaftsgebiet ist mit dem Weltverkehr durch zwei große Verkehrswege ver­bunden, im Süden durch die Flußschiffahrt und Eisenbahn über Chinde und im Norden durch die Uganda-Bahn über Mombassa. Für das binnenländische Wirtschafts­gebiet hat namentlich die Uganda-Bahn, in Verbindung mit der Danrpfschiffahrt auf dem Vietoriasee, erschließend gewirkt und einen ungeahnten Aufschwung des Handels verursacht, namentlich für die Plätze Muansa, Bukoba und Schirati, also für das bahnnahe Gebiet des Victoria­sees, während die Chinde-Verbindung für den Binnen­handel von geringerer Bedeutung geblieben ist.

Einen Überblick über die Entwicklung des Handels des Schutzgebiets in den letzten zehn Jahren gibt folgende Zahlenreihe:

Einfuhr

Ausfuhr

Gesamthandel

1897 .

9 043 446

4 939 252

13 982 698

1898 .

. 11 852 656

4 332 945

16 185 601

1899 .

. 10 822 586

3 937 150

14 759 736

1900 .

. 12 030 540

4 293 645

16 324 185

1901 .

. 9 510 766

4 623 471

14 134 237

1902 .

8 858 463

5 283 290

14 141 753

1903 .

. 11 188 050

7 054 207

18 242 257

1904 .

. 14 338 888

8 950 565

23 289 453

1905 .

. 17 655 350

9 949 661

27 605 011

1906 .

. 25 152 851

10 994 712

36 147 563

Darnach ist gestiegen: die Einfuhr

die Ausfuhr

der Gesamthandel

in den letzten 10 Jahren um 16 109 405 rund 175 o/g, um 6 055 460 rund 130 o/g, um 22 164 865 rund 158 o/g, im letzten Jahre . . - 7 497 501-^ - 42 °/o, - 1045 051-- - 10 o/g, - 8 542 552- - 31 o/g.

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