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v. Industrie und Gewerbe.
Industrien und Gewerbe sind im Schutzgebiet noch nicht heimisch geworden. In Daressalam wurde ein für Dampfmotor eingerichtetes großes Sägewerk in Betrieb gestellt, Ebenda hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft eine Kanikifärberei angelegt. Ein Hotelbetrieb ersten und einer zweiten Ranges sind neu eröffnet worden.
Zahlreiche Anfragen und Vorstudien lassen annehmen, daß die nächsten Jahre auch auf industriellem Gebiet manches Unternehmen bringen werden,' insbesondere scheint sich das heimische Interesse der Fabrikatton von Gerb- stoffextrakten, ätherischen Ölen, Steingut, Zement und Halbstoffen für Papiere zuzuwenden. Auch schweben Pläne zur Ausnützung der reichen Wasserkräfte der Pan- ganifälle.
L. Handel und Umkehr.
1 . Außenhandel.
Das Schutzgebiet ist handelsgeographisch in zwei Wirtschaftsgebiete geteilt, von denen das westliche, binnenländische, von der Seengrenze der Kolonie bis etwa zur östlichen Wasserscheide des Tanganjika, das östliche, das Küstengebiet, sich an das westliche im Osten anschließend, bis zur Küste des indischen Ozeans reicht.
Das Küstengebiet, das weitaus wichtigere, steht mit dem Weltverkehr durch das Meer in direkter Verbindung. Der innere Verkehr vollzieht sich in sehr geringem Maße durch Fluß- und Fuhrwerksverkehr, mit mehr Bedeutung auf zwei noch kurzen Stichbahnen im nördlichen und mittleren Teile des Gebiets und in der Hauptsache durch den altgewohnten Trägerverkehr. Mit diesen Verkehrsmitteln vollzieht sich auch der Waren- und Produktenaustausch mit den den Weltverkehr vermittelnden Hafenplätzen an der Küste. Der Handel über diese Küstenplätze hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung genommen. Das binnenländische Wirtschaftsgebiet ist mit dem Weltverkehr durch zwei große Verkehrswege verbunden, im Süden durch die Flußschiffahrt und Eisenbahn über Chinde und im Norden durch die Uganda-Bahn über Mombassa. Für das binnenländische Wirtschaftsgebiet hat namentlich die Uganda-Bahn, in Verbindung mit der Danrpfschiffahrt auf dem Vietoriasee, erschließend gewirkt und einen ungeahnten Aufschwung des Handels verursacht, namentlich für die Plätze Muansa, Bukoba und Schirati, also für das bahnnahe Gebiet des Victoriasees, während die Chinde-Verbindung für den Binnenhandel von geringerer Bedeutung geblieben ist.
Einen Überblick über die Entwicklung des Handels des Schutzgebiets in den letzten zehn Jahren gibt folgende Zahlenreihe:
Einfuhr
Ausfuhr
Gesamthandel
1897 .
9 043 446
4 939 252
13 982 698
1898 .
. 11 852 656
4 332 945
16 185 601
1899 .
. 10 822 586
3 937 150
14 759 736
1900 .
. 12 030 540
4 293 645
16 324 185
1901 .
. 9 510 766
4 623 471
14 134 237
1902 .
8 858 463
5 283 290
14 141 753
1903 .
. 11 188 050
7 054 207
18 242 257
1904 .
. 14 338 888
8 950 565
23 289 453
1905 .
. 17 655 350
9 949 661
27 605 011
1906 .
. 25 152 851
10 994 712
36 147 563
Darnach ist gestiegen: die Einfuhr
die Ausfuhr
der Gesamthandel
in den letzten 10 Jahren um 16 109 405 — rund 175 o/g, um 6 055 460 — rund 130 o/g, um 22 164 865 — rund 158 o/g, im letzten Jahre . . - 7 497 501-^ - 42 °/o, - 1045 051-- - 10 o/g, - 8 542 552- - 31 o/g.
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