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1908: 1906/1907
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Massassistraße bis km 12,5 aus, der Kommunalverband Daressalam den Kitschwelweg, der Kommunalverband Bagamojo stellte zwei Dämme über die Kinganisümpfe her, die Kommune Pangani versah die Straße nach Tanga bis kni 12,5 mit Brücken und gemauerten Durchlässen.

Auch in den Jnnenbezirken haben Bezirksämter und Militärstationen an der Verbesserung der Wegeverhältnisse gearbeitet, doch wurde vom Gouvernement darauf ge­drungen, daß dies nur soweit geschieht, als die Kosten, die von den Eingeborenen vielfach ohne Entgelt geforderte Arbeit, dem wirtschaftlichen Nutzen und der Belebung von Handel und Verkehr entsprechen. Der Widersinn, daß 5 bis 7 m breite Wege in verkehrsarmen aber tsetse- reichen Gegenden, wo ein Wagenverkehr weder besteht noch in absehbarer Zeit zu erwarten ist, angelegt, oder daß breite Straßen hergestellt werden, die durch unüberbrückte Wasserläufe oder unpassierbare Sumpfstrecken unterbrochen und deshalb für Fuhrwerk nicht benutzbar sind, wurde durch das Kaiserliche Gouvernement abzustellen versucht.

Die Beförderung von Fracht und Passagieren auf den Dampfern des Gouvernements war infolge des durch die Pestquarantäne gegen Sansibar stark eingeschränkten Dhau- verkehrs sehr lebhaft. Dagegen hielt sich der Betrieb der Binnenseedampfer in mäßigen Grenzen.Rovuma" wurde im Berichtsjahr auf Slip geholt und um 6 in verlängert.

Die Werkstätten der Flottille wurden auch für maschi­nelle Anlagen der Plantagen in Anspruch genommen, be­sonders die Gießerei, welche Maschinenteile bis zu 400 herstellen konnte. Gelernte Arbeiter wurden auch in diesem Jahr wieder seltener und mußten höhere Löhne erhalten, um nicht durch den Wettbewerb der Bahn dem Betriebe entzogen zu werden.

Das Schwimmdock wurde an 60 Tagen von 14 Schiffen mit rund 10 000 Reg.-Tonnen in Anspruch genommen. Darunter befanden sich S. M. S.Seeadler" 20^ und S. M. S.Bussard" 7 Tage in Dock.

Das Personal der Flottille besteht aus: 38 Weißen und 311 Farbigen. Die Zahl der indischen Handwerker wurde durch Bezug von Bombay vermehrt. Die In­betriebnahme der zurzeit in Bau begriffenen Werkstätten würde eine Erhöhung des Personals erheischen.

Die Bareinnahmen der Flottille betrugen rund 300 000 rM, d. h. 31000-^. mehr als im Vorjahre' die Betriebskosten rund 487 000 d. h. rund 102 000 mehr als im Vorjahr.

VI. Die wirtschaftliche Entwickelung.

H.. Produktions- und AKIahverhältniffe.

Auch in diesem Jahre hat der Anbau rentabler Pro­dukte wieder einen lebhaften Aufschwung genommen, so­wohl der von eingeführten wie von einheimischen Kulturen. Letztere natürlich nur da, wo eine vorteilhafte Verwertung für den Bauer möglich ist.

In dieser Beziehung sind dies Jahr die Berichte der Bezirksämter und Militärstationen besonders lehrreich, weil sie zeigen, daß die Ansicht nicht zutreffend ist, daß der Neger ohne einen Zwang nicht arbeitet. Man sieht aus ihnen, daß gerade im Gegenteil der Eingeborene von einigen Hirten­völkern oder von Bananen als Hauptnahrung genießenden Stämmen abgesehen überall ohne Druck seine Pro­duktion vergrößert, wo er einen genügenden Erfolg seiner Arbeit sieht. Wo die Arbeit nichts einbringt, arbeitet er ebensowenig wie dies Europäer tun würden. Die Haupt­hindernisse für eine intensivere, insbesondere landwirtschaft­liche Arbeit sind die Schwierigkeiten des Absatzes und der Aufbewahrung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Für den Eingeborenen, welcher nur aus drei Tagereisen ent-

Deutsch-Ostafrika. 5

Gouvernements flottille.

Produktion der Ein­geborenen.