meisten Plantagen nur etwa 2/3 der Arbeiter durchschnittlich tätig sind.
Alle diese Punkte müssen bei der Arbeiterfrage berücksichtigt werden.
Jedenfalls steht eins fest, daß, solange die Pflanzungen selbst nicht mehr zur Verbesserung der Arbeiterverhältnisse beitragen, alle behördlich noch so sehr unterstützten Versuche, die Leute des Innern zur Küste zu bringen, immer nur vorübergehenden Erfolg haben werden.
Übrigens besserten sich, wie die nachlassenden Klagen bewiesen, gegen Ende des Berichtsjahres die Arbeiterverhältnisse überall.
L. Fand- un- Forstwirtschaft.
1. Die Produktion der Eingeborenen.
a) Produkte der Sammeltätigkeit. (Okkupationsprodukte.)
Unter den von den Eingeborenen geschaffenen Werten spielen diejenigen eine besondere Rolle im wirtschaftlichen Leben Deutsch-Ostafrikas, die durch Sammeltätigkeit der Eingeborenen gewonnen werden. Wachs, Kautschuk, Kopal. Die Summe der so geschaffenen Werte betrug im Jahre 1906/07: 3 392 076 gegen 3 679 375 im Vorjahr.
Die Ausfuhr von Wachs hat über die Küsten-Zoll- ämter um etwa 33 0 / 0 , über die Binnengrenze um etwa 20 o/g abgenommen. Ob sich die Produktion im gleichen Maße vermindert hat, läßt sich ohne weiteres nicht sagen. Nach den Berichten der Lokalbehörden scheint es nicht der Fall zu sein. Gerade Wachs ist ein Artikel, bei dem Produktion und Ausfuhr eines und desselben Jahres keineswegs identisch sind. Denn Wachs wird in kleinsten Mengen — fast grammweise — gehandelt und gebraucht, durch viele Hände gehend, sehr viel Zeit, bis es vorn Produktionsort zum Verschiffungshafen gelangt. Man kommt deshalb der Wahrscheinlichkeit schon viel näher, wenn man stets die Ausfuhrzahlen mit dem Mittel der Produktion des Berichtsjahres und des vorhergegangenen Jahres identifiziert. Die hohen Zahlen in der Statistik von 1905 stellten zweifellos eine Abnormität dar, die sobald nicht wiederkehren wird. Der Wachshandel erhielt bekanntlich seinen Anstoß im Jahre 1903 von dem südlichsten Küsten- bezirk her. Die Nachricht von den guten, damit zu machenden Geschäften muß bald nach Tabora gelangt sein, denn dort entwickelte sich im Jahre 1904 ein sehr lebhaftes Geschäft in Wachs, das dadurch sehr begünstigt wurde, daß große Quantitäten fortgeworfenen Wachses geradezu in kleinen Hügeln in den Dörfern in der Umgebung der Hütten herumlagen. Die alten Geschäftsverbindungen zwischen Tabora und Bagamojo waren die Ursache, daß riesige Mengen Wachs nicht sofort Muansa aufsuchten, sondern in ersterem Platze lagerten, weil sie nicht genug Träger fanden, um nach Bagamojo transportiert zu werden. So entschloß man sich erst, als der Zinsverlust zu groß wurde, einen Teil nach Muansa zu schicken, während es nach der Regenzeit noch möglich wurde, für große Quantitäten Träger zur Küste zu finden. Daher die hohen Zahlen in der Statistik von 1905. Der Hauptrückgang in der diesjährigen Statistik betrifft Bagamojo und die beiden Südbezirke, an der Binnengrenze Muansa. Die Ursachen sind wesentlich in Vorgängen des Jahres 1905 zu suchen. Für Bagamojo und Muansa ist es der Wegfall der alten aufgestapelten Vorräte, für Kilwa und Lindi sind es die Aufstandswirren, die wenig Zeit zum Sammeln ließen. Auch das bei der Bekämpfung der Ausständigen notwendige Grasbrennen soll viele Schwärme getötet haben. Es liegt kein Grund vor, anzunehmen, daß die Produktion in den nächsten Jahren hinter den diesjährigen