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1903: 1901/1902
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Äfrtkafonds.

412

Denkschrift

über

die Verwendung des Afrikafonds.

(DeilMfe zur Förderung der auf die Erschließung Zentral- ufrikas und anderer Zander gerichteten wissenschaftlichen Bestrebungen.)

Berichtsjahr 1901/1902.

I. Thätigkeit in den einzelnen Schuhgebieten,

a) Deutsch-Ostafrika.

Der frühere Regierungsmeteorologe Dr. Maurer hat die Resultate der regelmäßigen Terminbeobachtungen von 33 Stationen der Kolonie im XI. Heft derDeutschen Ueberseeischen Meteorologischen Beobachtungen", heraus­gegeben von der Deutschen Seewarte, veröffentlicht. Wenn auch das gesammte Beobachtungsmaterial noch ziemlich ungleichwerthig und vielfach lückenhaft ist, so ist es doch möglich gewesen, daraus in großen Zügen ein Bild der klimatischen Verhältnisse des Gebietes zu gewinnen. Die vorhandenen Lücken werden durch die Fortführung und den Ausbau des jetzt unter der Leitung von Dr. Uhlig stehenden Beobachtungsnetzes allmählich ergänzt werden.

Die aus den Triangulationsarbeiten der Kivugrenz- expedition beruhende Karte des Grenzgebietes vom Tanganyikasee bis zum 1« s. Br. wird von dem ehemaligen Führer der Expedition, Hauptmann a. D. Herrmann, bearbeitet und naht sich ihrer Vollendung. Aus ihr wird auch ein großer Theil der geographischen Forschungs­ergebnisse von Dr. Kandts 5jährigen Reisen in Ruanda und seinen Nachbarländern ausgiebige Verwerthung finden.

Die Nordgrenze des Schutzgebietes gegen Uganda wird augenblicklich durch eine gemischte deutsch-englische Kommission längs des los. Br. trigonometrisch vermessen. Die Längenbestimmung des Schnittpunktes des 30o ö. Gr. mit dem lo s. Br. durch die Kivu-Expedition wird durch die Arbeiten dieser Kommission eine völlig unabhängige scharfe Kontrole erheben. Diese Kommission hat eine telegraphische Längendifferenzbestimmung zwischen Mombassa und Entebbe vorgenommen und wird dann die Längen- differenz EntebbeKageramündung, sei es durch Tri­angulation oder durch Chronometerreisen auf dem See, angeschlossen werden.

Nach Abschluß dieser Arbeiten wird dieselbe Kommission auch noch ein Stück der Grenzlinie KilimandjaroVictoria Nyansa am Ostuser dieses Sees, so weit es sich um be­wohnte Gebiete handelt, trigonometrisch festlegen. Auf eine Feststellung der gesummten Grenzlinie, welche auf weite Strecken durch unbewohnte und vielfach sehr wasser­arme Gebiete führt, ist vorläufig in Uebereinstimmung mit der K. Großbritannischen Regierung wegen der hohen Kosten und weil ein unmittelbares Bedürfniß nicht vor­liegt, verzichtet worden.