Jahrgang 
1903: 1901/1902
Entstehung
Seite
222
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Deutsch-Siidwest-Afr ika.

222

Anlage V.V.

UtehMcht.

1. Thierseuchen.

Rinderpest.

Jni verflosseneil Berichtsjahre trat die Rinderpest im Verhältniß zum Vorjahre sehr zurück. Abgesehen vom Ausbruch derselben auf wenigen Farmen des Distrikts Karibib, Rehoboth und Outjo konnten die Jinpfungen dagegeil in unberseuchten Bestündeii des Nordens mit Erfolg gehandhabt werden. Genaue Angaben über die dabei erzielten Resultate können durchweg nicht gernacht werden, lediglich der Bezirk Omarurn berichtet, daß bei den Impfungen mit 45 o/§ Verlust gearbeitet wurde. Einige einwandsfreie Jinpfungen, welche ich in der Um­gegend von Windhoek ausführte, geben Anhaltspunkte fin­den Werth der Gallenblnt-Jmpfung:

1. In Kransnens fiel bei der Gallenblut-Jmpfung von 151 Stück 1 Rind an Rinderpest.

'2. Ende Juli brach unter dem Bestände von 169 un- geimpften Rindern des Farmers Rusch-Lichtenstein Rinder­pest aus' 3 Thiere waren der Seuche erlegen, 18 sehr schwer krank, einige '20 mehr oder weniger leicht erkrankt, als die Sernmimpfnng einsetzte,' es verendeten 51 Stück.

Von diesen verendeten Thieren wurden die Gallen zur Gallenblnt-Jmpfung der benachbarten Bestände auf Harris verwandt.

3. Mertens L Sichel (Harris) verendeten von 120 Rindern 5 Stück.

Als bei Mertens L Sichel die Blutnachimpfung ausgeführt wurde, erkrankte in der typischen Zeit darauf ein zahmes Kudukalb an richtiger Rinderpest und konnte durch Serumimpfung gerettet werden. Dieser Erkrankungs­fall beweist von Neuem die Verschleppungsmöglichkeit durch Wild, gegenwelche Absperrungsmaßregeln unzuverlässig sind.

4. Schmerenbeck-Harris verendeten

von 168 Rindern 0 Stück,

8 - 3 - .

Letztere hatten aus einem anderen Platze nur die Gallenimpfung erhalten und waren aus Versehen des Besitzers in den mit Rinderpestblut nachgeimpften Haupt­bestand gekommen.

5. Meybnrg-Vaalsgras verendeten von 74 Rindern 3 Stück.

Bei Meyburg waren nach der Blutimpfung die Thiere schwer erkrankt, ebenso ein der Gallenblut-Jmpfnng unterworfenes zahmes Gemsbockkalb.

Um andererseits Einblick in ungünstig verlaufende Impfungen zu gewähren, führe ich folgenden Auszug aus einem Bericht des Distriktschefs von Karibib an, bei dem leider Zahleneingaben fehlen:

Mit den bisherigen Resultaten der Impfungen bin ich sehr zufrieden. Die Hereros sehen den Nutzen derselben ein und wollen sämmtlich impfen lassen.

Leider hat ein Farmer in der Nähe des Swa- kops schwere Verluste durch die Rinderpest gehabt, was er lediglich sich selbst zuzuschreiben hat. Ich habe ihn Ende November 1901, als die Rinder-