Jahrgang 
1903: 1901/1902
Entstehung
Seite
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Anlage IV.

Deutsch-Ostafrika.

Von den Heuschrecken abgefressen,' auch im Gemüsegarten haben die Heuschrecken Schaden angerichtet. Die ange­wendeten Vertilgungsmittel blieben ohne Erfolg.

L. Jahresbericht über die Misstonskhätrgkeit in der Apostolischen Präfeklur Nord-Sansibar.

Erstattet von Bischof Allg'eyer, Apostolischer Vikar.

I. Jahresbericht über die Missionsthätigkeit der Vater vom Heiligen Geist (Apostolisches Vikariat Nord-Zanzibar) in Deutsch-Ostafrika für das Jahr 1901.

Nach den Jahren des Krieges, der Hungersnoth und der Krankheit, bei welchen die Missionen in Deutsch-Ost­afrika viel ertragen, aber auch viel für den Himmel ge- erntet haben, scheint eine Periode von Ruhe und Frieden eingetreten zu sein.

Diesen Frieden, sowie die verflossenen Prüfungen benutzt das Missionswerk um vorwärts zu schreiten, das Gute zu erhalten und auszudehnen.

Ein Blick über jede von unseren 11 Stationen wird die Mitglieder des Afrikavereins überzeugen, daß ihr Streben, die Bevölkerung Afrikas zu heben und die Neger durch Bekehrung zum Christenthum zu zivilisiren, im deutschen Schutzgebiete in befriedigender Weise Erfolg hat.

1. Bagamoyo.

In der ältesten Station unter der Leitung des ältesten Missionars in Deutsch-Ostafrika Pater Etienne Baur und seiner Mitarbeiter, der Patres Karst und Koenig und der Brüder Adelin Alexander, Oswald und Wilhelm, sowie von 11 unermüdlichen Schwestern wird still und fleißig gearbeitet.

Wären alle dort erzogenen und unterrichteter: Neger in der Mission anwesend, so gäbe dies eine überaus große Christengemeinde. Aber jährlich gehen mehrere von hier ins Innere, theilweise um neue christliche Ansied- lungen zu gründen, theilweise um in ihre frühere Heimath, von wo aus sie als Sklaven entführt worden waren, zurück­zukehren. Die Zahl der anwesenden Christen beträgt 580. Daß diese Christen auch ihre Pflicht erfüllen, zeigt die Zahl der 306 Osterkommunionen.

Zudem haben 117 Taufen, wovon 69 Bekehrungen und 23 christliche Ehen die Mission Bagamoyo erfreut' 41 haben die erste heilige Kommunion empfangen und 129 die heilige Firmung. Die Zahl der Losgekauften beträgt 15 für 1901 und die Zahl der Kinder im Waisen­haus 180. Das sind Zeichen reger Arbeit, besonders in Bagamoyo, wo, wie überhaupt in allen Küstenstädten, zum Missioniren wenig geeignete Elemente vorhanden sind, da die Muhamedaner dem Christenthum gleichgültig gegen­überstehen.

Das in der Stadt liegende und von drei Schwestern besorgte Krankenhaus verpflegt stets ca. 140, meist aus dem Innern kommende Neger. Zwei Schulen mit 100 Schülern und 60 Schülerinnen.

2. Mandera.

Diese dem heiligen Franziskus Xaverius gewidmete Mission erholt sich langsam von den großen Verlusten, die die Hungersnoth verursacht hatte. Mehr als die Hälfte der Einwohner der Uziguagegend sind vor zwei Jahren dem Hunger und den Blattern zum Opfer gefallen. Wo man früher zahlreiche bewohnte Dörfer und auf der Reise gute Verpflegung fand, sieht man nur noch Dornen und Gras und man muß unter dem Zelte lagern.

Zwei Patres, Dietlin und Paul Bernhard mit Bruder Ephrem bemühen sich in dem heißen, oft an