Jahrgang 
1903: 1901/1902
Entstehung
Seite
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Anlage IV.

Deutsch-Ostafrika.

3. Katholische Missionsgesellschaften.

I.. Jahresbericht über die MWonsthätigkeit in der Apostolischen Präsekkur Siid-Sanstbae.

In vier Bezirken, Dar-es-Salüm, Lindi, Songea und Jringa, des Schutzgebietes befinden sich je zwei Stationen, außerdem ist mit Januar 1902 in Lindi eine Procura errichtet worden zur Abfertigung der Lasten nach den Stationen des Südens. Zur Gründung einer neuen Mission im Bezirke Mahenge sind die Vorbereitungen im Gange. Auf diesen acht Stationen wirkte ein Missions­personal von 49 Personen: es sind 11 Priester, 2 Kleriker, 14 Brüder und 22 Missionsschwestern. Die Gesammtzahl der Katholiken beträgt 2231, wovon 839 im Berichtsjahre getauft wurden, außerdem besuchen ca. 1875 Heiden den christlichen Unterricht.

Die Zahl der Schulen ist von 28 auf 32 gestiegen und die der Schüler und Schülerinnen auf 914. Von diesen Schulen sind 25 Außenschulen. Die Schularbeit der Missionare wird von 27 eingeborenen Lehrern unter­stützt, die zum größeren Theile in der Katechistenschule zu Kurasini ausgebildet wurden, doch wurden auch auf den Stationen Tosamaganga bei Jringa und in Peramiho bei Songea solche Schulen errichtet. Neben sorgfältiger Be­rücksichtigung der Elementargegenstände hat auch der Unterricht in der deutschen Sprache einen Platz gefunden. Ein besonderes Augenmerk wird in der Erziehung der Kinder darauf gelegt, sie auch zur Arbeit anzuleiten, wozu die Landwirthschaft der einzelnen Stationen, sowie die Handwerke, die dort betrieben werden, reichlich Ge­legenheit geben.

Die meisten Christen befinden sich in der Mission zu Luknledi (Bezirk Lindi), welche seit 1895 besteht und am 1. April 1902 ca. 900 Getaufte zählte. Die ganze Gegend, einschließlich der Mission Nyangao, ist dem Christenthume nicht abgeneigt. Hunger und Pocken haben in Luknledi im Verlauf des Jahres verschiedene Opfer gefordert. Dank der wiederholten Unterstützung des Kaiserlichen Gouvernements wurde vieler Noth gesteuert. Die Mission Nyangao strebt kräftig voran. Die Missionen an der Küste dagegen können größere Fortschritte nicht ausweisen, da sie bei der gleichgültigen, vom Islam ver­seuchten Bevölkerung mit den mannigfaltigsten Schwierig­keiten zu kämpfen haben. Auf ähnliche Hindernisse stößt das Missionswerk auch im Bezirke Jringa. Die Wangoni aber, im Bezirke Songea, bieten Hoffnung auf reiche Seelenernte.

War das Jahr 1900 für die meisten unserer Statio­nen ein Jahr des Beginnes verschiedener Bauten, so das Jahr 1901 ein Jahr der Vollendung. Die meisten Bauten konnten ihrem Zwecke übergeben werden. Die große Kirche in Dar-es-Salüm ging durch den Ausbau der Giebel und des Thurmes, durch die Einsetzung der Gewölbe und den äußeren Verputz ihrer Vollendung immer mehr entgegen.

So gut es geht suchen die einzelnen Stationen sich auf eigene Füße zu stellen und ihre Lebensbedürfnisse selbst zu produziren; deswegen wird auf allen Stationen Oekonomie und Gartenbau betrieben, die mehr oder weniger Erfolge ausweisen. An den beiden Küstenstationen Dar-es-Salüm und Kurasini ist der Gemüsebau durch Verkauf an die Europäer eine direkte Einnahmequelle. Der Versuch, in Kurasini Vanille anzupflanzen, ist über den Versuch nicht hinausgekommen, und zunächst muß es auch noch beim Versuche bleiben, da die erforderlichen Schattenbäume für eine rentable Anlage erst herangezogen werden müssen. Die wenigen Vanillepflanzen, die bis jetzt da sind, gedeihen gut, aber sie wurden wiederholt

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