Samoa.
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durch 2 doppelcylindrige Maschinen, welche mit Benzin getrieben werden und je 27 ?. L. erzeugen. Bei der Probefahrt wurde eine Geschwindigkeit von 10 Knoten erzielt. Ein Dynamo von 100 Volt und 8 Ampere dient zur Beleuchtung sämmtlicher Räume. Eine leichte Schuner- takelage ermöglicht dem Schiff, bei günstigem Winde ohne Maschine zu segeln.
Der Motorschuner hat bisher nur für amtliche Zwecke (Dienstreisen) Verwendung gefunden,' bestimmungsgemäß soll er erforderlichen Falls auch zur Ueberwachung der Zollgrenze behufs Verhinderung des Waffenschmuggels dienen. Die Erwägungen, ob und in welchem Umfange er dem allgemeinen Verkehr innerhalb des Jnselgebiets zur Verfügung gestellt werden kann, sind noch nicht abgeschlossen.
VI. Die wirthschaftlichen Verhältnisse.
a) Kmrdunrchschaft.
Den Angaben des vorjährigen Berichts über die Kopra.
wirthschaftlichen Verhältnisse des Schutzgebiets im All- ^ gemeinen und der Land Wirthschaft im Besonderen ist - ^
wenig hinzuzufügen. Das Hauptprodukt der Inseln ist die Kopra, die von Weißen Pflanzern, wie von Samoanern in großen Mengen hergestellt wird. Der Export geht theils nach Europa (Deutschland, Rußland, Frankreich), theils nach Australien und Amerika. Im Berichtsjahr blieb die Ernte wegen der großen Trockenheit des Jahres 1900 um mehr als 1/4 gegen das Vorjahr zurück. Neue Anlagen von Kokospflanzungen dürften sich mit Rücksicht auf die hohen Arbeitslöhne kaum rentiren.
Dagegen ist nach den bisherigen Erfahrungen anzu- Kakao,
nehmen, daß Samoa günstige Bedingungen für die mehr und mehr in Aufnahme kommende Kakaokultur bietet.
Die mit Kakao bebaute Fläche ist von 270 Hektar im Vorjahr auf 350 Hektar im Berichtsjahr gestiegen.
Eine weitere Ausdehnung dieser Fläche ist zu erwarten, da im Laufe des Berichtsjahrs zahlreiche Unternehmer eingetroffen sind, die die Anlage von Kakaopflanzungen beabsichtigen. Der in Samoa gezogene Kakao stammt zum überwiegenden Theil aus Ceylon und ist von vorzüglicher Beschaffenheit. Als die beste Kakaosorte gilt der Sokonusko - Kakao, der nur in Guatemala gezogen wird Das Gouvernement hat Schritte gethan, um den Besitz einer größeren Anzahl von Sokonnskoknkaopflanzen zu gelangen,' diese sollen nach ihrer Ankunft den Unternehmern zur Verfügung gestellt werden. Der zur Verschiffung gekommene Kakao ist auf den Pflanzungen der Weißen Ansiedler gebaut worden und wurde von diesen direkt verladen, so daß er für Samoa bislang keinen Handelsgegenstand bildet. Von den Eingeborenen gezogener Kakao ist im Berichtsjahr vorerst nur in ganz geringen Mengen in den Handel gekommen.
Die übrigen Landesprodukte (Tabak, Kawa und Andere landwirthschaftliche Früchte) werden zwar auch zum Verkauf angeboten, dienen Erzeugnisse,
aber fast ausschließlich dein einheimischen Konsum. Nur hin und wieder werden kleine Quantitäten nach den Nachbar-Inseln exportirt.
Eine botanische Gouvernementsstation besteht in Vertheilung von Sämereien Samoa noch nicht. Von der Einrichtung einer solchen und Stecklingen, ist bisher abgesehen worden, da die Mittel des Schutzgebiets gering sind und da es auch an genügend unterrichtete Interessenten nicht fehlt die sich gern erbieten, auf ihren Ländereieu Versuche mit Kulturpflanzen zu machen. Das Gouvernement hat Pflanzen und Sämereien von den Bota- nischenGärten in Berlin (botanische Centralstelle für dieKolo- nien), Buitenzorg und Sydney erhalten und vertheilt. Ein Bericht über die Versuche des Missionars Hills in Vaialua befindet sich unter den Anlagen.