Volume 
1903: 1901/1902
Place and Date of Creation
Page
63
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Deuts ch-Südwestafrika.

63

N

Deutsch-Südwestaftika.

I. Allgemeines.

Die deutsch-englische Greuzkommission hat die ihr zu­gewiesene Aufgabe der Festlegung der Ostgrenze des Schutzgebietes zum größten Theile erfüllt, indem sie ihre Arbeiten im Gelände vom Orange-Fluß bis in die Gegend von Gobabis fertiggestellt hat.

Kriegerische Unternehmungen und Expeditionen größerer Abtheilungen der Schutztruppe waren nicht er­forderlich, da irgend welche Ruhestörungen durch Eingeborene nicht vorkamen. Im Süden des Schutzgebietes fiel wegen des südafrikanischen Krieges der in Keetmanshoop statio- nirten III. Feldkompagnie die Aufgabe der Grenzbewachung zu, um Grenzverletzungen vorzubeugen und unter den über die Grenze gezüchteten Buren die Ordnung aufrecht zu erhalten.

In der Verwaltungsorganisation des Schutzgebiets sind folgende Veränderungen vorgenommen worden:

Die beiden bisher von Offizieren verwalteten Distrikte Okahandja und Karibib sind Civilbeamten übertragen worden; die allmähliche weitere Umwandlung der bisher noch bestehenden Militärverwaltung in eine Civil- verwaltung ist nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel in Aussicht genommen.

Das Gebiet von Waterberg wurde aus politischen Gründen von dem Distrikte Grootfontein abgetrennt und zumDistriktOkahandja geschlagen. Von den Polizeistationen auf der Straße SwakopmundWindhoek sind wegen des in Folge des Bahnbaues immer mehr zurückgehenden Frachtwagenverkehrs im Vorjahre bereits die Polizei­stationen Salem und Quaipütz und im lausenden Jahre die Stationen Groß-Barmen und Fahlwater aufgehoben worden. Neu errichtet wurden dagegen Polizeistationen in Slip im Distrikt Rehoboth und bei Tsorromas am Eingänge zur Naukluft (genanntNauklust-Station") zur Ueberwachuug der gegen die Rinderpest angeordneten Absperrungsmaßregeln, ferner in Ukuib am Swakop (in Verbindung mit einer forstwissenschastlichen Versuchsstation) und in Amatoni am Ostende der Etosha-Pfanne; letztere zur Ueberwachuug der Jagd an der Etosha-Pfanne, sowie zur Verhinderung des Schmuggels mit Munition und Spiritussen nach den: Ovamboland. Aus dem gleichen Grunde ist im vorige:: Jahre am Westende der Etosha- Pfanne die Station Okaukweyo errichtet worden.

Aenderungen in der Justizorganisation sind nicht eingetreten. Mit der Zunahme der Weißen Bevölkerung hat die Thätigkeit der Gerichte, namentlich in Windhoek ^ und Swakopmund, sowohl in Civil- wie in Strafsachen, L eine weitere Steigerung erfahren. In Folge der fort­schreitenden Landesvermessung hat auch die Anlegung von

Territorium und Land frieden.

Verwaltung.

Gerichtsbarkeit.