Kamerun.
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Von der Kamerun-Hinterland-Gesellschaft wurde in Duala ein Hotel und Restaurant gebaut. An sonstigen größeren Privatbauten sind die Lager- und Verkaufsgebäude der Gesellschaft Nordwest-Kamerun in Duala zu erwähnen.
V a. Gouvernementsflottille.
Der im Mai 1901 nach Deutschland zur Reparatur gegangene Gouvernementsdampfer „Nachtigal" traf am 23. Januar 1902 wieder im Schutzgebiet ein und steht seitdem wieder dem Gouvernement zur Vermittelung des Verkehrs zwischen den einzelnen Stationen an der Küste zur Verfügung.
Die Flottille ist um den Motor „Libelle" vermehrt worden, sodaß das Gouvernement am Schlüsse des Berichtsjahres im Besitze folgender Fahrzeuge war:
1. Regierungsdampser „Nachtigal",
2. Flußdampfer „Soden",
3. - „Mungo",
4. Pinasse „Pfeil",
5. Motor „Libelle".
Inzwischen ist der neue Gouvernementsdampfer „Herzogin Elisabeth" im Schutzgebiet eingetroffen.
V I. Die wirthschaftliche Entwickelung.
a) Urproduktion der Eingeborenen.
Hinsichtlich der Land Wirthschaft der Eingeborenen kann in der Hauptsache auf den vorjährigen Bericht verwiesen werden. Mit der Erforschung des Schutzgebietes erfährt die Kenntniß der Produktionsverhältnisse des Hinterlandes allmählich eine Vervollständigung. Von einer Anzahl von Stationen, so von Campo, Ebolovü, Munde, Joko, Lolodorf, Ossidinge wird günstiges über die Fruchtbarkeit des Bodens und auch über die Arbeitswilligkeit der Eingeborenen berichtet. Im Bezirke Lolodorf wird von den Eingeborenen schon jetzt Monrovia-Reis von guter Qualität gebaut.
Die Gummigewinnung hat in Folge des Raubbaues in einzelnen Gegenden erheblich abgenommen, ebenso der Elfenbeinreichthum in Folge des planlosen Erlegens von Elefanten. Dafür sind jedoch abermals neue, an diesen beiden Produkten reiche Gebiete erschlossen worden, so namentlich die Gebiete zwischen dem Sanaga und den: Nyong.
Die Viehzucht der Eingeborenen beschränkt sich in der Hauptsache auf das Kleinvieh: Schafe, Ziegen und Schweine. Rindvieh wird nur in verhältnißmäßig geringem Umfange gezüchtet, und zwar nur kleine und unansehnliche Arten. Das Gouvernement ist bemüht, durch die Einfuhr guten Zuchtviehs die einheimischen Rassen zu verbessern, bis jetzt freilich mit geringem Erfolg da die Eingeborenen für diese Bestrebungen kein Verständniß zeigen. Die Europäer haben, trotz des ganz stattlichen Viehreichthums des Landes, in einzelnen Gegenden an der Küste, namentlich am Kamerunberg, sehr unter dem Mangel an frischem Fleisch zu leiden, da die Eingeborenen, welche das Vieh meist als Kaufpreis beim Frauenkauf benutzen, nur schwer zum Verkauf von Vieh zu bewegen sind.
ll) Europäische Unternehmungen.
Der wichtigste Bezirk für die europäische Plantagen- wirthschaft ist das Gebiet am Kamerunberg. Nach Berichten aus dem Innern des Schutzgebietes sind dort vielfach günstige Bedingungen für den Plantagenbau vorhanden, und zwar sowohl fruchtbarer Boden als auch günstige Arbeiterverhältnisse. Mit wenigen Ausnahmen scheinen die Stämme im Innern verhältnißmäßig leicht zur Arbeit in ihrem eigenen Land zu erziehen zu sein, nur gegen die Verwendung an der Küste zeigen sie viel-
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Private Bauthätigkeit
Ackerbau.
Gummi und Elfenbein.
Viehzucht.
Die Pflanzungen.