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1903: 1901/1902
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Kamerun

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Kamerun.

I. Allgemeines.

Die deutsch - französische Grenzregülirung hat im Berichtsjahre weitere Fortschritte zu verzeichnen. Nachdem von der Kommission im Anfange des Jahres 1901 die geographische Lage Campos und des Campoflusses fest­gestellt worden war, verließ ein Theil der deutschen Grenzregulirungs-Expedition unter Hauptmann Engel- hardt am 18. Oktober 1901 mittels Dampfers Campo, um über MatadiKinshafsa die Ngokostation, wo die Arbeiten ihren Fortgang nehmen sollten, zu erreichen. Der Rest der deutschen Expedition marschirte Anfang November 1901 unter Führung des Stabsarztes Hoese- mann und des Leutnants Schulz von Campo auf den: Landwege nach Ngoko. Leider verstarb Leutnant Schulz auf dem Marsche. Die Expedition hat inzwischen ihre Arbeiten beendet und den Rückmarsch nach der Küste angetreten.

Die Kenntniß des Schutzgebietes nimmt mit der thatsächlichen Ausdehnung der deutschen Herrschaft im Innern von Jahr zu Jahr zu. Zahlreiche Ex­peditionen haben neues und interessantes Material zur Kenntniß des Schutzgebietes geliefert, so namentlich die erfolgreichen Reisen des Generalbevollmächtigten der Ge­sellschaft Nordwest-Kamernn, ferner Expeditionen im Ge­biet der Ngokostation sowie der Stationen Munde, Ossidinge und Bauyo.

Die Erforschung des Esumgebietes im Semikoreland (Mundebezirk) hat durch Anlegung eines Militärpostens in Esmn bedeutende Fortschritte gemacht. Das Esum- gebirge mit dem besonders bemerkens Werthen Berggipfel Mamensala bildet die Wasserscheide zwischen Sannaga und Nyong. Das Esumgebiet ist ein äußerst fruchtbares Land. Arr einzelnen Stellen, so namentlich am Mamen­sala wird von den Eingeborenen Zuckerrohr gebaut, auch kommt fast überall die Baumwolle wild vor. Ebenso zeichnet sich dieses Gebiet durch eine reiche Fauna aus,' neben Elefanten, Büffeln und Antilopen finden sich die großeil Affenarten (Gorilla und Schimpanse), Krokodile, Leoparden und Hyänen.

Zur Bestrafung unbotmäßiger Stämme war auch im Berichtsjahr eine Anzahl kriegerischer Expeditionen noth­wendig.

Die Semikores sind nach schweren und hartnäckigen Känrpfen unterworfen worden. Leider ist es nicht ge­glückt, ihres Oberhäuptlings habhaft zu werden und ihn der verdienten Bestrafung zu iiberliefern. Zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung ist ein Militärposten in diesen Gebieten belassen worden.

Auch der Widerstand der Bule ist gebrochen. Es ist jedoch noch nicht gelungen, diesem Stamm Vertrauen zur deutschen Verwaltung einzuflößen- die Leute verlassen vielfach die Dörfer an den Straßen und ziehen sich in den Busch zurück- zu Arbeiter- oder Trägerdiensten können sie noch nicht herangezogen werden.

Nach Regelung der im vorigen Jahresbericht er­wähnten Streitigkeiten in Tibati stieß eine Erknndungs-

Grenzregnlirung.

Geogrnphische Erforsch » ng.

Militärische Expeditionen.