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Oesseiitliche Bauten.
Private Bauthätigkeit.
iuieder gehobeu,' es ist inzwischen in zufriedenstellender Weise in Betrieb gesetzt worden.
An öffentlichen Bauten wurden im Berichtsjahr aufgeführt:
In Dar-es-Salnm das Postgebäude im Mittelpunkte der Stadt, unmittelbar nur HaM gelegen.
Das Hauptgebäude der Krankenhausanlage in Tanga wurde fertiggestellt, desgleichen das dazu gehörige Wirthschaftsgebäude. Die weiteren Anlagen, wie Verwaltungs- nnd Arzt-Haus wurden in Angriff genommen.
Im Innern wurde der Stationsban Tabora unter Leitung eines Technikers seiner Vollendung entgegen- geführt. In Songea, Bismarckburg und Mnanza entstanden ebenfalls neue und gesündere Stationsbauten unter technischer Mitwirkung.
Die Private Bauthätigkeit ist abgesehen von den bereits oben erwähnten beiden Kirchenbauten in Folge der gedrückten Geschäftslage an allen Plätzen ins Stocken gerathen. In Dar-es-Salnm fand sich lediglich auf Anregung des Gouvernements ein Unternehmer bereit, drei kleine für Beamte bestimmte Wohnhäuser gegen 7'/-, jährige Miethsgarantie zu errichten.
Voll den im vorigen Jahre in Angriff genommener: großen Geschäftshäusern ist nur eins vollendet worden. Die übrigen sind in halbfertigen: Zustande liegen geblieben.
Die Bauthätigkeit der Farbigen ist dem vermehrten Zuzuge entsprechend überall etwas reger geworden.
Eriiteausfall im Küstengebiet.
Produktionsverhältnisse im Innern.
V S. Die wirthfchaftliche Entwicklung, n) Prodnktions- und AbstchverlMnisse im Allgemeinen.
Obwohl noch immer die Küstendistrikte, aus denen allein ein Export der meisten Landesprodukte bei den: heutigen Stand der Verkehrsmittel gewinnbringend ist, in Folge der früheren Araber- und Sklavenwirthschaft an Zahl und Arbeitswilligkeit der Bewohner am Ungünstigsten gestellt sind, so macht sich dortselbst doch in Folge des von der Schutzgebietsverwaltung geförderten Zuzuges eine erfreuliche Vermehrung der landwirthschaft- lichen Produktion bemerkbar. Unterstützt wurde diese allerdings durch die reichlichen Regenfälle während der großen Regenzeit in den meisten Bezirken, sowie durch das fast gänzliche Ausbleiben der Heuschrecken. In der Ausfuhr trat die vermehrte Produktion allerdings nicht voll in Erscheinung, da der Bevölkerungszuwachs einen vermehrten inländischen Verbrauch herbeiführte und anscheinend auch die gesammte Lebenshaltung der Küsten- bevölkerung allmählich eine bessere wird.
In den Jnnenbezirken wurde an Feldfrüchten nur so viel produzirt, als das Land verbraucht. Abnehmer sind nur die Kaiserlichen Stationen, die Missionen und die Europäer an den großen Karawanenstraßen. Eine größere Produktion wird solange nicht eintreten, als keine bessere Absatzgelegenheit geschaffen wird.
Die Versuche durch Fnhrwerksverkehr bessere Msatz- verhältnisse zu schaffen, sind bisher nicht gelungen, da die Wege meist nicht fahrbar waren und die Zugthiere dem Texasfieber und den Stichen der Tsetsefliege erlagen.
Ein Versuch, einheimische Esel zum Tragen von Lasten ins Innere der Kolonie zu benützen, zeigte zwar die Möglichkeit derartiger Transporte. Das sich damit be- sassende Unternehmen konnte jedoch aus Mangel an Kapital