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Anlage 6. IV. Allgemeines.
aufwärts 11154 t befördert, darunter etwa 4000 t Eisenbahnmaterial für die Shire Highlands Railway, shire- abwärts 702 t. Zahlen über das Gewicht der nach dem Njassa im Transit weiter verladenen Güter sind nicht bekannt. Man kann aber aus der Wertstatistik, die das Gouvernement von Britisch - Zentralafrika veröffentlicht, leicht ersehen, daß die betreffenden Mengen nicht bedeutend sind- sie mögen 1903/04 etwa den fünften Teil der Gesamteinfuhr betragen und sich auf höchstens 1000 t belaufen haben,- der auf die deutschen Häfen des Njassa entfallende Teil wird einige hundert Tonnen im Jahre nicht übersteigen.
Man kann also auf den Zahlen des heutigen Handelsverkehrs der Njassaländer keinen Rentabilitätsnachweis aufbauen. Wohl aber wissen wir, daß sowohl die Ugandabahn wie die Usambarabahn eine ungeahnt günstige Entwickelung genommen haben. Die Einnahmen beider Bahnlinien sind trotz wiederholter Ermäßigungen der Fracht- und Passagierraten von Jahr zu Jahr gestiegen,- die Ugandabahn hat für das Jahr 1904/05 sogar schon einen Betriebsüberschuß von 39 591 Rupien auszuweisen.
Die Einnahmen und Ausgaben der Usambara-Eisen- bahn stellen sich in den letzten Jahren, wie folgt:
Einnahmen.
1901 . . 108 587 ^
1902 . . 122 930 -
1903 . . 131000 -
1904 . . 169 118 -
Ausgaben. 169 742 203 071 - 235 000 - 195 000 - *)
Man kann es jedenfalls als ein günstiges Zeichen für die Rentabilitätschancen der Usambarabahn ansehen, daß die Firma Lenz L Co. vom 1. April 1905 ab den Betrieb der Bahn von der Regierung pachtweise übernommen hat, und zwar zu Bedingungen, die einen weiteren Zuschuß des Reichs ausschließen.
Mit der zunehmenden Rentabilität der Bahnen ging die wirtschaftliche Erschließung der von ihnen durchschnittenen Gebiete Hand in Hand. Tanga und Mombassa, vor Jahren kleine Fischerdörfer, sind blühende Handelsplätze geworden, längs der Bahnlinien sind Ansiedelungen entstanden, weite brachliegende Strecken sind unter Kultur genommen, und viele Produkte, deren Anbau im großen früher nicht lohnte, sind heute exportfähig geworden. Eine ähnliche Entwickelung wird die Südbahn verursachen. Nicht nur Ungoni, das mit seiner intelligenten und fleißigen Bevölkerung auf dem besten Wege ist, eine Kornkammer der Kolonie zu werden, das Kondeland mit seinen prächtigen Aussichten auf den Gebieten der Viehzucht und Kautschuk-Plantagenkultur und die weiten Gebiete der Ruaha-Rikwasenke, die ein vorzügliches Baum- wolland abgeben, werden dereinst die Erzeugnisse des Ackerbaues und der Plantagenwirtschaft zum Ozean und zum Teil nach Europa verfrachten können, sondern auch die nichtdeutschen Länder des Njassasees und der Süden des Tanganjikasees werden durch eine ostafrikanische Südbahn zu neuem Leben erweckt werden.
b) D entsch W eft afrrka.
1. Baumwoll-Unternehmungen in Togo.
In Togo kann die Baumwollkultur als Volkskultur als gesichert gelten. Im Agubezirk sind zirka 90 Prozent aller Felder mit Baumwolle als Zwischenkultur bepflanzt. Das Komitee hat im Berichtsjahre in Ho eine Dampf- Ginanlage errichtet. In Palime betreibt die Deutsche Togogesellschaft eine Ginanlage mit Kraftbetrieb, die täglich drei Ballen Baumwolle liefert. Die Pflanzungsgesellschaft Kpeme hat ebenfalls die Errichtung einer
*) Betriebsausgaben ohne Rücklagen in den Erneuernngsfonds.