Anlage 6.IV. ZHZ
Allgemeines.
Oberhalb der Mündung des schiffbaren Rufidjiflusses an der Straße Mohorro—Msomene ist aus Alluvialboden die Baumwollschule des Komitees angelegt. Nach dem Bericht des Leiters der Schule, H. I. Wiebusch, sind bis jetzt 70 Hektar unter Verwendung von Zugochsen urbar gemacht, von denen etwa 50 Hektar mit verschiedenen Baumwollspielarten bepflanzt sind. Für die Arbeitseinteilung ist der Plan der Baumwollschule des Komitees in Nuatjä zugrunde gelegt. In diesem Jahre sollen zunächst 50 Schüler in der Kultur und Erntebereitung ausgebildet werden. Diese werden durch Vermittelung der Bezirksämter in der Weise beschafft, daß. jedes Amt eine bestimmte Anzahl entsendet. Der Unterricht soll sich erstrecken aus Anleitung zu Bodenmeliorationen durch Be- und Entwässern, wirtschaftliche Bodenbearbeitung mit Hacke, Pflug und Egge, Unigang mit Zugtieren und Einfahren von Ochsen, sachgemäßes Pflanzen der Baumwolle, ihre fernere Behandlung bis zur Ernte, Belehrung über Baumwollschädlinge und ihre Bekämpfung, Einernten der Baumwolle und alle damit zusammenhängenden Fragen, Ginnen, Pressen usf., ferner auf Anzucht von Saat, Kreuzungsversuche mit Spielarten einheimischer und fremdländischer Baumwollsorten und auf Versuche über vorteilhafteste Pflanzzeit für die Rufidjiniederung und über die Verbindung der Baumwollkultur mit anderen Eingeborenenkulturen. Nach dem Bericht des Kaiserlichen Bezirksamtes Mohorro wird die Schule mit der Zeit imstande sein, ihren Zweck im vollen Umfange zu erfüllen, da die Vorbedingungen so gut als möglich gegeben sind.
Auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung am 4. und 5. August in Daressalam war die Baumwolle verhältnismäßig wenig vertreten, da die Ernte erst Anfang August begonnen hatte. Vom Komitee waren Geldpreise und silberne Uhren (aus einer Bremer Stiftung) zur Verfügung gestellt worden. Der Ausstellung des Komitees wurde ein Ehrenpreis zuerkannt.
An der im August 1905 stattgehabten landwirtschaftlichen Ausstellung in Zanzibar hat sich das Komitee durch Vorführung von Baumwollproben der verschiedenen ost- afrikanischen Spielarten beteiligt.
2. Wirtschaftliche Erkundung von Eisenbahn-Interessengebieten.
Daressalam—Morogoro.
In Verbindung mit der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft entsandte das Komitee eine Spezialkommission nach dem Morogoro—Kilossagebiet, deren Arbeiten durch das Bezirksamt Morogoro wesentlich unterstützt wurden. Der stellvertretende Baumwollinspektor F. R. Holz- mann berichtet über diese Erkundung, daß die Gebiete von Morogoro, Ulole, Kilossa, Dununguo, Kissaki und andere für den Baumwollbau in Betracht kommen, im Bezirk Morogoro allein etwa 250 000 da. Die große Regenzeit fällt dort in die Monate April/Mai. Eine gute Straße führe von Morogoro nach Kilossa. Während die Arbeitswilligkeit unter den Negern der Küstenzone im allgemeinen zu wünschen übrig läßt, sind die fruchtbareren Gebiete nach dem Innern zu, insbesondere im Morogoro- und Kilossagebiet, von einer kräftigen und arbeitssamen Bevölkerung bewohnt. Die Kosten für Rodung stellen sich je nach Beschaffenheit des Bodens zwischen 30 und 100 Rpn. pro Hektar. Zusammenhängende Gebiete für Baumwoll-Plantagenbau bezw. für Verwendung des Dampfpflugs seien im Morogorogebiet vorhanden. Die Mkottaböden erklärt Holzmann für Baumwollland und stellt sie den Nord-Texasböden gleich. Allerdings brauchten diese Böden Bewässerung. Diese ist am Mkotta, Muhondohera, Ngerengere und Rusu
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