Marshall-Jnsel«.
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Anlage L.H.
Missionsbrrichte.
1. Bericht der Mission vom Heiligen Herzen Jesu in den Marshallinseln. (1. April 1904 bis 31. März 1905.)
Das Personal der Mission ist, wie folgt, verteilt:
Jaluit: 2 Priester, 3 Brüder, 5 Schwestern,
Likieb: 1 Priester, 1 Bruder,
Nauru: 2 Priester, 1 Bruder, 4 Schwestern.
In den Erziehungsanstalten auf Jaluit befinden sich 28 Knaben und 32 Mädchen, die in allen Fächern der Elementarschulen in deutscher Sprache unterrichtet werden und die deutsche Sprache ausschließlich als Umgangssprache gebrauchen. Die Schule aus Likieb zählt 23 in der Mehrzahl halbweiße Kinder, von denen 4 getauft wurden. Auf der Insel Nauru empfingen 85 Erwachsene nach achtmonatlichem Unterricht die Taufe, so daß die Zahl der Kirchenmitglieder auf 204 gestiegen ist. Im ganzen zählt die Mission auf Nauru 510 Anhänger. Seit der Gründung einer zweiten Niederlassung im Süden der Insel findet regelmäßiger Schulunterricht auf beiden Stationen und einer Nebenstation statt.
Zwei Unterrichtsbücher sind im Druck erschienen. P. Gründl arbeitet an der Fertigstellung eines Wörterbuches und an der schwierigen, aber sprachlich höchst interessanten Grammatik der Naurusprache. Ein Wörterbuch der Marshallsprache nebst Grammatik, ethnographischen Notizen und kurzen Sprachübungen ist vom Leiter der Mission dem Druck übergeben worden.
gez. P. August Erdland.
2. Bericht der evangelischen Mission (Bostonmission) in den
Marshallinseln.
Nach den Angaben des Vorstehers des Missionsbezirks der Mashallinseln, Dr. Rise, der seinen Wohnsitz aus der Insel Kusaie, Karolinen, hat, sind in 20 Atollen der Marshallinseln 28 eingeborene Lehrer, darunter 8 ordinierte, 28 Missionsstationen und 32, am Schlüsse des Berichtsjahres von 1105 Schülern besuchte Schulen vorhanden gewesen. Ein weißer Missionslehrer, Australier, hält sich als Wanderlehrer in den Marshallinseln auf. In der Erziehungsanstalt der Mission auf Kusaie befanden sich 23 Knaben und 27 Mädchen von den Marshallinseln.
3. Bericht der evangelischen Mission (Bostonmission) auf Nauru.
Mit Zufriedenheit blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, war es doch das gesegnetste und friedlichste seit dem Bestehen der Mission. Religionsstreitigkeiten kamen, Gott sei Dank, im vergangenen Jahr zwischen den Eingeborenen der verschiedenen Konfessionen nicht vor; auch fernerhin wird es das Bestreben der Mission sein, ihre Anhänger im Sinne der Worte Paulus: „Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden" (Röm. 12, 18), anzuhalten, Streitigkeiten zu verhüten.