Deutsch-Neu-Guinea.
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Anlage v. II.
Missimlslierichtc.
1. Bismarck-Archipel.
a) Bericht über Tätigkeit und Stand der Methodistischen Mission im Bismarck-Archipel 1904/05.
Von dem in der angefügten Statistik aufgeführten Weißen Missionspersonal waren zn Anfang des Jahres nur sechs Personen an der Arbeit, nämlich drei ordinierte und zwei nicht ordinierte (Laien-) Missionare, ein Pflan- zungsausseher, sowie ein nicht in der Tabelle aufgeführter Zimmermann. Vier dieser Herren sind verheiratet, jedoch mußte sich die Frau des einen aus Gesundheitsrücksichten in Neu-Seeland aufhalten. Ein ordinierter Missionar, der im Jahre 1903 durch Anfälle schwerer Malaria und Schwarzwasserfieber arbeitsunfähig gemacht worden war und zur Erholung nach Südaustralien ging, konnte leider nicht auf das Feld zurückkehren, da die konsultierten Arzte ihn für den Tropendienst als untauglich erklärten. Abgesehen von zwei Ausnahmen war der Gesundheitszustand der vielbeschäftigten Kräfte ein zufriedenstellender. Doch mußten der Zimmermann, ehe er seine Arbeit zu- Ende geführt, und eine Missionarsfrau unser Gebiet verlassen. Außerdem legte Missionar Crump nach mehr als zehnjähriger, angestrengter Tätigkeit den Missionsberuf endgültig nieder, und der erst vor kurzem angestellte Pflanzungsausseher gab aus Privatgründen ebenfalls seinen Posten aus. Der durch diese Abgänge hervorgerufene Verlust in den Reihen des Missionspersonals ohne entsprechende Ausfüllung der entstandenen Lücken bereitete beklagenswerte Hindernisse und hat die beabsichtigte räumliche Ausdehnung und den Ausbau des Werkes nicht geschehen lassen, wenigstens nicht in ihrem ganzen Umfang. Verstärkungen sind seitens der Missionsbehörde für die nächste Zeit in Aussicht gestellt, nachdem bereits im Laufe des Jahres ein junger, nicht ordinierter Missionar eingetroffen ist.
An farbigen Gehilfen standen den Weißen 31 Witi- leute und Samoaner, ferner 108 Bismarck-Archipel- Jnsulaner zur Seite. Sie dienen als Dorspastoren, Dorflehrer und Dorsevangelisten und bilden ein unschätzbares Mittelglied zwischen den Eingeborenen und den Weißen. Ohne ihre Tätigkeit und Vermittlung wäre es geradezu unmöglich, die ausgedehnte Arbeit zu bewältigen. Leider ist auch ihre Zahl durch Wegzug und Tod gemindert worden, während als Zuwachs nur zwei Samoaner eingestellt werden konnten.
Die Zahl der Hauptstationen beträgt fünf. Die Errichtung der fünften in Kudukudu aus der Ostküste Neu- Meckleuburgs ist im verflossenen Jahre erfolgreich vollendet worden. Dadurch sind zugleich verschiedene neue Landschaften jener Küste als auch des daran anschließenden Inlandes in den Bereich der Wirksamkeit gezogen, so daß sich das Netz der Nebenstationen bis zum Kap Matanataberan (Nokon) erstreckt. Auf der Gazelle-Halbinsel hat eine Ausdehnung in räumlicher Hinsicht nicht