Dentsch.Ostafrika.
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Anlage L. 1L.
Kerichte des Kiotogisch-Kan-wirtschastlicheii Instituts Amaui.
1. Landwirtschaftliches.
Als Leiter des Institutes fungierte auch in diesem Jahre in Vertretung des abwesenden Direktors der Botaniker des Instituts.
Die Zahl der wissenschaftlichen Beamten des Instituts erhielt einen Zuwachs durch Anstellung eines Botanikers als Assistent.
Am Schluß des Berichtsjahres waren die begonnenen Bauten (chemisches Laboratorium, Bibliothek, Direktorhaus und Hospital für Farbige) noch nicht fertiggestellt.
Die Regenverhältnisse waren bis zum Dezember 1904 sehr günstig, dann folgte aber eine längere Trockenzeit, unter der viele Pflanzen zu leiden hatten.
Das Wegenetz wurde auf dem Terrain von Amani weiter ausgebaut und besitzt jetzt im ganzen eine Länge von ca. 42 Irm.
Die Gesamtfläche des gerodeten Landes beträgt 52 lia. Der größte Teil desselben war am Ende des Berichtsjahres bepflanzt oder doch zum Bepflanzen in der nachfolgenden Regenzeit mit den auf den Saatbeeten heran- gezüchteten Pflanzen vorbereitet.
Bei den älteren Kaffeepflanzen war die wohltätige Einwirkung der Hecken von Maulbeerbäumen und der Schattenbäume deutlich wahrzunehmen. Einige nur in wenigen Exemplaren vorhandene Varietäten und Arten konnten durch Pfropfung vermehrt werden.
Die Teepflanzen haben bereits Samen getragen.
Von der die Aerba Mate liefernden Hex MraZ'uonsm konnten Pflanzen aus Samen gezüchtet werden.
Von den angepflanzten Schattenbäumen haben sich die verschiedenen Erythrinaspezialitäten gar nicht bewährt.
Die besten Resultate gaben ^Ibirriia. stipnlata und Oassiu llorläa.
Die Chininbäume haben sich weiter gut entwickelt. Von Olnnoborm sueoirubru befinden sich ca. 12 000 Pflanzen auf den Saatbeeten, ebenso befinden sich noch 5000 jüngere Pflanzen von Olnnoliorm robrmta, sowie einige Tausend Hybriden, die aus hier geernteter Saat gezüchtet sind, auf den Saatbeeten.
Die beiden Cocainsträucher LrltroxMn novoZruna- 16N86 und L. 6oeu gedeihen gut und konnten in großer Zahl ausgestanzt werden.
Die das javanische Fiebermittel „Aambir utan" liefernden ^1ou8 Kib68 und lla.8minum §l9,briu8on1um haben sich gut entwickelt. Proben davon sind zur Untersuchung nach Deutschland gesandt worden.
Von den verschiedenen Kautschukpflanzen sind Oa8ti11oa 6la8tiea, ^ieu8 6la8liea, LieLxia, 6l9,8tiea und Uambot Olaeiovn in größerer Menge angepflanzt. Sehr gut gedeiht im Sigital der Parakautschuk, Uovsa bra,8i1i6N8i8. Auch mit verschiedenen Kautschuklianen sind einige weitere Versuche gemacht. Die von der Botanischen Zentralstelle für die Schutzgebiete in Berlin gelieferte Kautschukart bäon8 Lebleeliwri wächst an allen Standorten, an denen sie ausgepflanzt wurde, recht langsam.
Die Guttaperchapflanzen sind in der trockenen Zeit zum Teil abgestorben, einige fangen aber jetzt an, gut zu wachsen.