Dentsch-Ostafrika.
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Anlage VI.
Uslimtmra-Gisriidahn.
Der erfreulich rasche Aufschwung, den die Nordbezirke Tanga und Wilhelmstal in wirtschaftlicher Beziehung während der letzten zwei Jahre genommen haben, findet auch im abgelaufenen Berichtsjahre wieder in den Vekehrsstatistiken und in den Kassenabschlüssen der Usam- baraeisenbahn seinen deutlichen Ausdruck. Ausnahmslos in sämtlichen Zweigen des Bahnverkehrs macht sich eine ganz bedeutende Steigerung bemerkbar, die, im Verein mit den stetig steigenden Verkehrseinnahmen, ein nnwider- leglicher Beweis dafür ist, welche hohe wirtschaftliche Bedeutung der Usambaraeisenbahn in der Entwicklung und dem Fortschritte der Bezirke Tanga und Wilhelmstal zukommt.
1. Verkehr.
Der mit dem 1. April 1903 eingeführte neue Tarif hat sich auch im abgelaufenen Jahre im großen und ganzen als den örtlichen Bedürfnissen entsprechend bewährt, so daß Änderungen einstweilen nicht vorgenommen zu werden brauchten; es ist nicht zum letzten der zweckmäßigen Tarifpolitik mit zu verdanken, wenn der Bahnverkehr in den letzten beiden Jahren einen solch' bemerkenswerten Aufschwung genommen hat. Die Eisenbahnverwaltung ist bemüht gewesen, das nötige Material zur weiteren Ausgestaltung des Tarifs zu sammeln und entsprechende Anträge vorzubereiten.
Als ganz besonders erfreulich verdient hervorgehoben zu werden, daß jetzt auch die früher wenig Einnahmen erzielenden Zwischenstationen und Haltestellen einen bedeutenden Teil des Verkehrs aus sich gezogen haben. Die Zunahme ist in erster Linie Wohl der starken Ausdehnung und Weiterentwicklung der Plantagenbetriebe und der industriellen Unternehmungen zu verdanken; sie wird zweifelsohne noch steigen, wenn erst die jetzt noch im Ausbau begriffenen Sisal- und Kautschukplantagen, sowie die Sägewerke am Sigi und im Chumewalde damit be-. ginnen, ihre Ausbeute auf den Markt zu bringen, was binnen Jahresfrist erwartet werden kann.
Auch der sogenannte Lokalverkehr zwischen den einzelnen Stationen, an welchem erfahrungsgemäß hauptsächlich die eingeborenen Marktverkäufe des Plantagengebietes mit ihren Nahrungsmittellasten beteiligt sind, hat eine Zunahme zu verzeichnen gehabt, obwohl die infolge der starken Regenzeit in Usambara ziemlich schlecht ausgefallene Ernte dem Handel mit Feldsrüchten einheimischen Ursprungs ganz bedeutenden Eintrag tat.
Der Bau der Sigibahn schreitet vorwärts; er wird von der Sigi-Export-Gesellschast zum Anschluß ihres Sägewerks an die Usambarabahn unternommen; gegenwärtig sind etwa 7 km dieser Schmalspurbahn in Betrieb; die Fertigstellung des Restes der 20 üm langen Gesamtstrecke wird gegen Anfang des nächsten Jahres zu erwarten sein, so daß die ersten größeren Zufuhren von Usambaraholz dann in Tengeni, der an der Abzweigung der Sigibahn neu eingerichteten Haltestelle, zur Verladung kommen werden.
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