Dentsch-Ostasrika.
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Anlage IV.
Kchulderichtr.
1. Bericht der Regierungsschule in Taugn.
Die Schule ist im Berichtsjahre durch die Schaffung einer Selekta erweitert worden. Die Selekta soll die Ausgabe erfüllen, die farbigen Hilfslehrer in einem pädagogisch-methodischen Kursus für ihr Amt vorzubereiten. An dem Kursus nahmen 23 junge Leute aus Lindi, Kilwa, Mohoro, Daressalam, Bagamojo, Sadani und Tanga teil, außerdem von der letztgenannten Schule die eingeborenen Lehrer und Helfer. Der erste Kursus dauerte bis zum Schluß des Jahres 1904. Es wurden 40 anderthalbstündige Lektionen erteilt, die sich auf die allgemeinen pädagogischen Grundsätze, Ordnung und Einrichtung der Schule und die Methodik im Schreiblesen, Rechnen, Anschauungsunterricht, Schönschreiben und Turnen erstreckten. Den Lehramtsaspiranten wurde auch Gelegenheit gegeben, in den verschiedenen Klassen zu hospitieren und sich selbst im Unterrichten zu üben. — Der zweite Kursus, der ein ganzes Jahr umfassen soll, begann im Januar 1905.
Am Schluß des Berichtsjahres war die Zahl der Schüler in den Klassen und der Lehrlinge in den Werkstätten folgende:
der I. Klasse
33
In
der Tischlerei . .
21
II. -
46
-
- Schlosserei. .
4
- lila. -
62
-
- Setzerei. . .
21
- Illb. -
66
-
- Druckerei . .
4
- IVa. -
50
-
- Buchbinderei .
8
- IVd. -
63
-
- Schreibstube .
6
V. -
54
-
- Schneiderei
4
- - Selekta . . 34 gz
408
In den Werkstätten wurde von 6—12 Uhr vormittags und 2—0 Uhr nachmittags gearbeitet' Sonnabend nachmittags fanden teilweise Beurlaubungen für die im Hinterland beheimateten Lehrlinge statt.
Die Schulklassen erhielten Unterricht von 6^2 bis 11 Uhr vormittags (Freizeit ^2 Stunde) und 21/2 bis 4'/2 Uhr nachmittags. Der Mittwoch- und Sonnabendnachmittag war für die Schulklassen unterrichtsfrei und wurde zu Konferenzen, zu Pädagogischen und methodischen Arbeiten seitens der Lehrer benutzt. Diese Arbeiten wurden in den Methodikstunden mit den eingeborenen Lehrgehilsen und -aspiranten (Selekta) durchgearbeitet, im Praktischen Unterricht erprobt, verbessert und ergänzt und dann in der Druckerei für die Lehrer der Hinterlandschulen in kleiner Austage hergestellt. Sie gelangten auch an den übrigen Regierungsschulen sowie an einigen Missionsschulen zur Verteilung. Dabei liegt der Gedanke zugrunde, daß jeder seine Erfahrungen und Beobachtungen beisteuern soll, um so diese Schriften zur Hebung des Schulwesens immer vollkommener und allgemein ver- wendungsfähig zu machen. Diesem Zweck dienen vor allem auch die „Schnlsragen, Blätter zur Förderung des deutsch-ostasrikanischen Schulwesens", ein monatlich erscheinendes Schulblatt im Umfang von 8 bis 16 Seiten (seit dem 1. Januar 1905).