Deutsch-Neu-Guinea. tzZ
gesetzt, von letztem sielen jedoch, jedenfalls infolge Regenmangels und starker, trocknender Winde viele vor der Reife ab, und die verbleibenden wurden in der Entwickelung zurückgehalten.
Als schwacher Ersatz für den Ausfall an Kopra trat der Trepanghandel ein. Seit Beginn der deutschen Verwaltung sind zur Schonung des Trepangs Lizenzen für Jap bis zum Jahre 1904 nicht erteilt worden, sodaß die Tiere wachsen bezw. sich vermehren konnten. Bei dem schwachen Koprageschäft wurde der Fang des Trepangs bis Ende 1904 gestattet und ergab eine mäßige Ernte.
Auf den Inseln Ululsi und Sorol wurden neue Handelsstationen errichtet. Es betrug im Kalenderjahr
1903 die Einfuhr. 442 110
1904 - - 209 370 -
mithin weniger 1904 . . . 232 740 -F.
1903 die Ausfuhr ..... 359 059
1904 - - 125 818 -
mithin weniger 1904 . . . 233 241-/A.
Eingetragene Firmen gibt es vier im Bezirk, die 24 Handelsstationen unterhalten. Daneben bestehen noch drei Stationen, die keiner ansässigen Firma gehören, sondern von Japan aus mit einem Schuner bedient werden.
Schiffsverkehr. Den Verkehr vermittelten im Kalenderjahr 1904 der
^ 7 . 4 . Postdanrpfer ein deutscher, drei amerikanische und vier japanische Schuner, ferner eine dänische Bark. Daneben wurde der Hafen Jap von dem Kreuzer „Condor" einmal und von dem Regierungsdampfer „Seestern" dreimal angelaufen.
3. Marianen.
u) Bevölkerung.
. 5 . Das Verhältnis der Eingeborenen unter sich und zu ver deutschen und fremden Bevölkerung war friedlich.
Das Jahr 1904 brachte die Vorläufer einer deutscher! Einwanderung, die sich als Pflanzer, Pächter, Kaufleute auf den Marianen niederließen.
1904 ging der sämtliche fremde Grundbesitz in die Hände Deutscher und Eingeborener über. An die Stelle eines japanischen Pächters trat ein Deutscher. Der japanische Mitpächter der Nordinseln und Teilhaber der Pagan- Gesellschaft schied aus,' dieses Geschäft ist nun ganz in reichsdeutschen Händen, seine Schiffe fahren unter deutscher Flagge.
d) Klima, Gesundheitsverhältnisse.
Klima. Mit einem Regenfall von 2365 mm im Kalenderjahr
1904 scheinen nach der Dürre von Oktober 1902 bis August 1903 wieder normale Witterungsverhältniffe eingetreten zu sein. Auffallend gegen frühere Jahre war die Heftigkeit der Gewitter von Juli bis September. — Bon schweren Stürmen blieben die südlichen Marianen verschont. Dagegen wird aus dem Norden ein heftiger Taifun gemeldet, der im Mai 1904 besonders in den Kokosbeständen von Alamugan Schaden anrichtete. — Auf der unbewohnten Nordinsel Guguan fand im Oktober 1904 ein starker vulkanischer Ausbruch statt.*)
Gesundheitsverhältnisse. Der Gesundheitszustand war normal. Einige Euro
päer litten an Dysenterie, die periodisch, aber gelinder, auch unter den Eingeborenen auftritt. Die Krankheit
*) Saipan ist am 27. August und am 8. November ILOb von schweren Taifunen heimgesucht worden, die großen Schaden angerichtet haben. '