Kamerun.
48
von Kamerun ersetzt werden können; hauptsächlich erweisen sich die Dualas als recht brauchbare Handwerker.
Die Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Victoria hat auch in diesem Jahr wieder umfassende Neubauten vorgenommen. Sie errichtete 27 Baracken für Europäer, 18 Arbeiterhäuser, ein Krankenhaus für Schwarze, eine Apotheke und ein Krankenzimmer für Europäer. Eine große Maschinenhalle ist im Bau. Die Verbindungsstraße vom Kakaohafen nach der Woermannschen Landungsbrücke hat in den 4 Monaten seit Beginn der Arbeiten ganz erhebliche Fortschritte gemacht. Der 1 km lange Strandweg am Kaffeeberg ist fertig gestellt und mit Schienen belegt.
In Duala wurden mehrere neue Geschäftshäuser errichtet.
Im Bezirk Ossidinge bat die Gesellschaft Nordwest- kamernn Magazine in Nssanakang und eine Faktorei in Mamfe errichtet.
Lebhaft war die Bautätigkeit in Jabassi: Die
Deutsch-Westafrikanische Handelsgesellschaft hat ein Verkaufshaus, Lagerhaus und ein Wohnhaus, John Holt ein Wohnhaus mit Laden und Nebengebäuden erbaut; die Firma A. Herschell L Co. erstellte eine stattliche Faktorei in Jabassi, die Firma Woermann eine solche an den Wurischnellen.
Der Aufschwung des Handels im Südbezirk hatte zur Folge, daß im Innern eine Anzahl von Faktoreien erbaut wurden; es erstanden unter anderem massive Faktoreien und Wohnhäuser der Firmen Lubcke, Bremer Westafrika Gesellschaft und Hamburg-Afrika-Gesellschaft in Jaunde, sodann Faktoreibauten in Joko, sowie einige Faktoreien in den Bezirken Ebolowa und Ssanga-Ngoko.
Die Firma Randad L Stein hat eine Faktorei in Garua angelegt.
VI. Die wirtschaftliche Entwicklung, u) Allgemeine Produktions- und AksatzvertMniffe.
Die Produktions- und Absatz Verhältnisse haben sich nicht wesentlich verändert, Gummi, Elfenbein, Kakao, Palmkerne und Palmöl bilden auch jetzt noch die Haupt- Ausfuhrerzeugnisse; dagegen hat sich die Ausfuhr von Kola im Berichtsjahr wieder wesentlich vermindert.
Da schon seit Jahren infolge des Drängens der Kaufleute und farbiger: Händler die Eingeborenen in: Südbezirk den Gummi zum großen Teil im Weg des Raubbaues gewinnen und der große Gummireichtum der dortigen Urwälder der rücksichtslosen Ausbeutung anheimzufallen drohte, hat das Gouvernement einem Beamten irn Oktober voriger: Jahres den Auftrag erteilt, den Südbezirk zu bereisen, um die gesamten Verhältnisse der Gummigewinnung in: Süden genau zu erkunden und die Eingeborenen über das Schädliche des Gummi-Raubbaues zu belehren. Der Beamte hat die Bezirke Kribi, Lolodorf, Ebolowa, Jaunde und den Ssanga—Ngoko-Bezirk bis gegen Lomie und zum oberen Djah bereist. Nach dem von ihm erstatteten Bericht sind zwar in jenen Gegenden noch sehr bedeutende Gummi- bestände vorhanden, es ist aber bei Fortdauer des gegenwärtigen Systems der Gewinnung zu befürchten, daß sie in kurzer Zeit erschöpft sein werden.
Die Eingeborener: zeigen im allgemeinen Verständnis für die ihnen gezeigte zweckmäßige Art der Anzapfung der Gummibäume.
Die Stationen Loruie und Lolodorf Haber: mit Genehmigung des Gouvernements bereits scharfe Vorschriften gegen den Raubbau erlassen. Die Verwaltung wird auf