Jahrgang 
1906: 1904/1905
Entstehung
Seite
23
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Deirtsch-Ostafrika.

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der normale Regenfall die landwirtschaftliche Produktion auf das vorteilhafteste, wahrend in den Mittelbezirken durch zuviel Regen stellenweise Überschwemmungen (Rusiji) und Mißernte (Daressalam) zu verzeichnen waren. Im Norden war die Ernte infolge zu starker Niederschlage in beiden Regenzeiten und der darauf folgenden außer­gewöhnlich dürren und heißen Monate nicht durchweg befriedigend, teilweise nur mittelmäßig.

Die Wildschweinplage, die infolge des Abschusses der Löwen und Leoparden überall in bedenkenerregen- der Weise an Ausdehnung gewonnen hat, verursachte in einigen Gegenden infolge völliger Vernichtung der Felder Notstand. Schädigungen durch Heuschrecken in er­heblicherem Umfange blieben auf wenige Örtlichkeiten beschränkt. In manchen Gegenden (Mpapua) bereiteten massenhaft auftretende kleine Vögel dem Landbau empfind­lichen Schaden.

Die Absatzverhältnisse und die hierauf basierende Produktion kranken nach wie vor an den mangelnden Verkehrsmitteln.

Die in früheren Jahren begonnenen Bestrebungen, Ackerbauer aus dem dichter bevölkerten Innern zur Küste heranzuziehen, wurden zwar fortgesetzt, der Erfolg war indessen ein geringer. Die Ankömmlinge wurden zumeist von den Plantagengebieten und Eisenbahnbauten ab­sorbiert, der Rest zeigte zur Seßhaftigkeit nur wenig Neigung. Trotz dieses in natürlichen Ursachen begründeten Rückschlags wurden die als richtig erkannten Ansiedelungs­bestrebungen mit aller Zähigkeit fortgesetzt.

Regen- und Witterungsverhältnisse im Innern waren allenthalben normal, die Ernteergebnisse dementsprechend gute. Die viehzuchttreibende Bevölkerung des Südwestens wurde empfindlich geschädigt durch das Vieheinsuhrverbot in Rhodesia. Ein nennenswerter Fortschritt in der Ent­wickelung ist nur zu verzeichnen in den Gebieten am Vic- toria-Njansa infolge der den Absatz vermittelnden Uganda­bahn. Wie die hohen Exportziffern zeigen, hat sich in den Bezirken Muansa und Bukoba ein äußerst schwung­hafter Handel mit Häuten und Fellen entwickelt. In­dessen macht sich daselbst auch eine lebhaftere Tätigkeit der Eingeborenen auf dem Gebiete des Ackerbaues und des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten in er­freulicher Weise benrerkbar.

In gleicher Weise, wenn auch in geringerem Maß­stabe ist infolge gesteigerten Konsums in den Buren­ansiedelungsgebieten am Merüberg eine gesteigerte Anbau­tätigkeit bei den Eingeborenen zu verzeichnen. Endlich haben die fortgesetzten Belehrungen durch die Verwaltung bewirkt, daß der Eingeborene innerhalb des Machtbereichs der Verwaltung sich fast überall daran gewöhnt hat, mehr anzubauen, als er für sich selbst bedarf.

Die Elsenbeinproduktion des Schutzgebiets geht mit der unaufhaltsamen Verminderung der Elefantenbestände langsam zurück, wenn der Wert der Ausfuhr auch infolge steigender Preise im Berichtsjahre höher war als 1903.

Erfreulicher Weise ist die Honig- und Wachsgewin­nung von wilden Bienen, die den Eingeborenen seit Ur­zeiten bekannt war, in neuerer Zeit stark in Aufnahme gekommen. Der Wert der Ausfuhr stieg gegen das Vor­jahr von 138 500 auf 575 645

B. Fand- und Forstwirtschaft.

1. Die Produktion der Eingeborenen.

Die Ergiebigkeit der Kautschukgebiete ist infolge der als Raubbau zu bezeichnenden unwirtschaftlichen Aus­nutzungsweise der Eingeborenen in fast allen Landesteilen im Rückgang begriffen. Wenn auch die Gesamtproduktion im Berichtsjahr noch steigende Tendenz ausweist, so ist

Produktionsverhältnisse im Innern.

Elfenbein- und Wachs- produktion.

Kautschuk.