Deutsch-Ncu-Guinca.
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Anlage L. VIII
Nost und Telrgraphie.
I. Altes Schutzgebiet.
Im Berichtsjahre unterstanden der Leitung des von einem Fachbeamten (Postassistenten) verwalteten Postamts in Herbertshöhe die Postagenturen in Berlinhafen, Finsch- Hafen, Friedrich-Wilhelmshafen, Käwieng, Matupi und Stephansort. Inzwischen ist die Postagentur in Matupi aufgehoben und dafür eine solche in Sinrpsonhafen eingerichtet worden. Die Eröffnung einer Postagentur in Kieta steht bevor. Die Postagenturen werden von Beamten der Landesverwaltung, Missionaren und Kaufleuten verwaltet. Sämtliche Postanstalten nehmen am Brief-, Paket-, Zeitungs-, Postanweisungs- und Nachnahmeverkehr teil. Zwischen Herbertshöhe und Simpsonhafen besteht eine telegraphische Verbindung,' der Bau von Orts-Fernsprechnetzen in diesen beiden Orten ist im Gange.
Der Verkehr des Schutzgebiets mit Europa wird alle vier Wochen zweimal über Sydney und Hongkong durch die Dampfer der Nustral-Japan-Linie des Norddeutschen Lloyd vermittelt. Die Dampfer dieser Linien legen in Friedrich-Wilhelmshafen, Simpsonhafen und wenn das Wetter es gestattet, auch in Herbertshöhe an. Zwischen Herbertshöhe, Simpsonhafen und Matupi verkehrt werktäglich ein zur Postbeförderung benutztes Motorboot. Die übrigen Häfen des Schutzgebiets erhalten durchschnittlich alle drei Monate untereinander Verbindung durch die Küstendampfer „Sumatra" und „Langeoog" des Norddeutschen Lloyd.
Über den Umfang des Verkehrs der Postanstalten im Kalenderjahr 1905 liegen Angaben zurzeit noch nicht vor.
2. Karolinen und Marionen.
Auf Ponape, Jap und Truk (Karolinen) sowie auf Saipan (Marionen) befinden sich Postagenturen, deren Verwaltung von Landesbeamten, in Truk von dem Stationsleiter der Jaluitgesellschaft nebenamtlich besorgt wird und die sich bis aus Truk mit den: Brief-, Paket-, Postanweisungs-, Nachnahme- und Zeitungsdienst befassen. Die Postagentur Truk ist nur zur Annahme und Ausgabe gewöhnlicher und eingeschriebener Briefsendungen ermächtigt.
Im Laufe des Berichtsjahrs ist die Insel Jap an das internationale Telegraphennetz angeschlossen worden und zwar durch die Kabel Jap—Menado (Celebes), Jap—Guam und Jap—Schanghai. Die erstgenannten
beiden Kabel sind Ende April 1905, das Kabel Jap— Schanghai am 1. November 1905 dem Verkehr übergeben worden. Jap hat demnach nicht allein auf den Wegen über Sibirien, Indien und Südafrika, sondern durch den Anschluß in Guam auch über das amerikanische Pacific-