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1907: 1905/1906
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Dcutsch-Südwcstnfrika.

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Wstiansberichie.

1. Bericht über die Entwickelung der evangelischen Gcincindc in Windhnk während des Jahres April 1905März 1906.

Für die deutsche evangelische Gemeinde in Windhnk bedeutet das Berichtsjahr 1905/06 eine Zeit des lang­samen Wicderaufsteigens aus dem Tiefstand, den das Kriegsjahr 1904 herbeigeführt hatte. Die Genierndearbeit hat innerlich vertieft werden können durch Anstellung einer Gemeindeschwester zur Krankenpflege irr den Häusern (seit Mai 1905) und durch Einrichtung von Bibelstunden jeden Donnerstag abend (seit November 1905). Auch äußerlich konnte der Kreis der Gemeinde weiter gezogen werden. Im Mai und Juni 1905 unternahm der Unter­zeichnete eine Predigtreise nach dem Osten, die ihn bis Oas und Epukiro führte, und bei der auf 10 Stationen 12 Gottesdienste, 3 Abendmahlsfeiern und 2 Taufen ab­gehalten wurden. Im Oktober 1905 wurden die Statio­nen an der Bahnlinie bis einschließlich Waldau besucht und der Besatzung und den Zivilansässigen Gottesdienste gehalten. Von den vor dem Krieg vorhanden gewesenen Predigtstationen konnten nur 3 noch nicht wieder besucht werden: Hohewarte, Otjisewa und Harris-Lichtenstein. Der pfarramtlichen Versorgung des in Windhuk stehen­den Militärs dienten neben den regelmäßigen Gemeinde- und den besonderen Feldgottesdiensten die ein- bis zwei­mal wöchentlich durchgeführten Krankenbesuche in den beiden Lazaretten und die allsonntäglich abgehaltenen Soldatenabende im evangelischen Kirchsaal (zeitweise auch in der evangelischen Missionskirche), die bei einem Höchst- besuche von 400 Soldaten, durchschnittlich etwa 100 Be­sucher zählten. Sie sollten in erster Linie gute Unter­haltung bieten, aber doch auch das erbauliche Element in einer kurzen Schlußansprache zur Geltung kommen lassen.Die durch den Ausbruch des Herero-Aufstandes seiner Zeit lahm gelegten Kirchbaupläne sind im Berichts­jahre wieder aufgenommen und so weit gefördert, daß die Gemeinde hofft, noch im Jahr 1906 mit dem Bau einer eigenen Kirche beginnen zu können. Der Kinder­garten der Gemeinde hat unter schwachen: Besuch weiter­bestanden. Der Religionsunterricht an die evangelischen Schulkinder wurde in 6, zeitweise 4 Stunden wöchentlich erteilt,' seine Ergänzung erhielt er durch die sonntäglich stattfindenden Kindergottesdienste.

Von statistischen Angaben sei erwähnt, daß während des Jahres 1905/06 stattfanden: 11 Trauungen, darunter 1 in holländischer Sprache,' 45 Begräbnisse, darunter 17 von Opfern des Typhus und 8 Kinderbegräbnisse. Ge­tauft wurden 27 Kinder, 12 Mädchen und 15 Knaben,' 4 Taufen fanden in holländischer Sprache statt. Konfir­miert wurden 4 junge Leute, 3 davon dem Burenvolk angehörig und 1 Deutscher.

gez. lüe. W. Anz, Pfarrer.