Jahrgang 
1907: 1905/1906
Entstehung
Seite
73
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Deutsch-Ostafrika.

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Anlage VIII.

Forstverwaltung.

1. Forstbezirk Rufiji.

a) Staatswaldungen.

Außer der Neubesetzung der beiden wegen Heimats­urlaubs der früheren Stelleninhaber freigewordenen Förster­stellen mit neueingetroffenen Beamten find Veränderungen nicht zu verzeichnen.

Außerhalb des Mangrovengebietes wurde eine Wald­fläche von 700 bu zu Waldreservat erklärt.

Die Holzgewinnung richtete sich nach der Nachfrage. Es wurden insgesamt geschlagen 7582 km gegenüber 8233 km im Vorjahre. An Nebennutzungen gingen ein: 7150 üZ Mangrovenrinde, 4 Zentner Flechtmaterial aus Herzblättern der wilden Dattelpalme, sowie einige Hundert Kokosnüsse.

Der Holztransport aus den vom Hauptladeplatz Salale weiter abgelegenen Waldgebieten begegnete erheb­lichen Schwierigkeiten wegen des sich dauernd geltend machenden Mangels an Fahrzeugen. Erst gegen Ende des Berichtsjahres konnte etwas Abhilfe geschafft werden durch Herbeiziehung einiger Dhaus aus dem benachbarten Chole. Der Holzabsatz nach dem Auslande, besonders Zanzibar, erlitt schwere Einbuße durch die Unterbindung des Dhauverkehrs wegen der in Zanzibar ausgebrochenen Pest. Hiergegen hat sich der Absatz an Konsumenten innerhalb des Schutzgebiets lebhafter entwickelt als sonst, obschon auch hierbei der Mangel an geeigneten Seefahr­zeugen einem rascheren Aufschwünge hindernd entgegen­stand.

Neuangelegt wurden 22 du mit Mangroven und 30 du mit Teak. Der Mangrovenanbau geschah als Unterbau in gelichtetem Altholz. Angebaut wurde zum größten Teil die Msimsi-Mangrove (Bruguiera gymnorr- hiza), nur aus einigen hierfür ungeeigneten Plätzen pflanzte man Heritiera. Der Stand dieser Kulturen ist befriedigend.

Die Teakkultur wurde mit in Bastkörbchen verschalten Pflanzen ausgeführt. Ein kleiner Versuch mit Teakfrei- saat mißglückte, gleich den in den Vorjahren in größerem Umfange ausgeführten Versuchen dieser Art.

Von den in früheren Jahren angelegten Kulturen ist zu erwähnen, daß die älteste jetzt 5 jährige Man- grovenpflanzung durchschnittlich 3 m hoch und 3 om bei 1 m über dem Boden gemessen stark ist. Die Pflanzung ist reis für Durchforstung. Das Durch forstungs- material (Fitos) ist absetzbar. Ms zum eingetretenen Schluß, d. i. also etwa bis zum 5. Jahr, erfordert die Mangrovenkultur mit Kosten verknüpfte Pflege durch Anschneiden von Unkraut, namentlich von Farnen und wilden Datteln.

Die mehrere Jahre alte Anpflanzung von OasÄu üoriäa hat sich zu einem vollkommen geschlossenen hoch­stämmigen Bestand entwickelt.

Verwaltung und Organi­sation.

Waldverhältnisse und Besitzstand.

Waldnutzung.

Transport- und Absatz­verhältnisse.

Kulturen und Auf­forstungen.

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