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Anlage V.
Deutsch-Ostafrika.
2. Sie Gouvernements-Werkstätte».
Maschinen-Werkstätten.
Die SNaschinen-Werkstätten waren auch im Berichtsjahre mit Arbeitsaufträgen überreichlich versehen. Sie konnten allen an sie gestellten Anträgen nachkommen.
Besondere Anforderungen an die Leistungen der Werkstätten wurden seitens der anläßlich der Unruhen hierher beordneten deutschen Kriegsschiffe gestellt, so daß zeitweise mit gegen das Vorjahr verdoppeltem Personal gearbeitet werden mußte. Bei diesen Reparatur- und Jnstandsetzungsarbeiten kamen die im letzten Etatsjahr beschafften Arbeitsmaschinen besonders zur Geltung und bewährten sich vorzüglich. Ohne diese hätte ein Teil der Arbeitsaufträge nicht ausgeführt werden können. Es befanden sich im Laufe des Etatsjahres 6 Schiffe der Kriegs- und Handelsmarine, davon 2 fremden Nationen angehörig, mit vielen und zum Teil größeren Reparaturen in Arbeit.
Infolge der immer größer werdenden Inanspruchnahme der Werkstätten genügen die jetzigen beschränkten Räumlichkeiten nicht mehr und nur die Fertigstellung der neuen im Bau befindlichen Werftanlage kann hierin Änderung schaffen. Für diese neue Anlage wird, um allen an eine moderne und zeitgemäße Werftanlage zu stellenden Ansprüchen genügen zu können, ein allgemeiner elektrischer Betrieb mittels einer Turbo-Dynamomaschine vorgesehen werden.
Es wurden für die Maschinenwerkstätten neu beschafft und in Betrieb genommen:
1 Rohrbiegemaschine,
1 Lochstanze mit Schere,
1 Blechwalze,
1 fahrbarer Kran.
S. Bootswerft und Bootsbauerei, Zimmerei, Tischlerei, Modelltischlerei, Wagenbauerei und Segelmacherei.
Diese Betriebe waren gleichfalls das ganze Jahr sehr stark beschäftigt und arbeiteten durchaus befriedigend. Auch hier wurde, besonders in der letzten Hälfte des Etatsjahres, in welcher die meisten Arbeitsauftrüge vorlagen, die Einstellung einer gegen bisher größeren Anzahl von Handwerkern erforderlich, um allen Anforderungen nachkommen zu können, nur hinderten die beschränkten Räumlichkeiten dieser Werkstätten die schnelle Erledigung der aufgegebenen Arbeiten, jedoch wird auch darin die neue Werstanlage die erwünschten Verbesserungen bringen. Eine größtmögliche Verwendung der einheimischen Hölzer, besonders für den Boots- und Prahmbau, erfolgte auch hier wieder, da diese Holzarten sich dazu bisher auf das beste bewährt haben. Es wurden im Etatsjahr 1905 von der Bootswerft folgende Neubauten ausgeführt oder beendet:
2 große Waleboote,
1 Gig, vierruderig,
2 Dingi,
1 Transportprahm,
2 zerlegbare Handkräne,
1 großer Wasserprahm.
Im Umbau befindet sich 1 Segelkutter.
Die Werkstätten brachten folgende Einnahmen:
1903 die Summe von 79 880 Rp. — 111 726
1904 - - - 95 662 - --- 127 517 -
1905 - . - 140 754 - --- 187 670 . .