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1907: 1905/1906
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MarshM-Inseln.

I. Allgemeines.

Während des Berichtsjahres ist die Ruhe im Schutz­gebiet nicht gestört worden. Die Steuern wurden von den Eingeborenen willig entrichtet. Aber ein gewaltiges Naturereignis, ein Taifun, hat das Gebiet betroffen und ihm schweren Schaden zugefügt.

Am 30. Juni sind die Atolle Jaluit, Arno, Majeru und Mille von der Flutwelle und dem Orkan heimgesucht worden. Das Atoll Namerik und die Atolle der nörd­lichen Ralik-Jnseln haben verhältnismäßig wenig gelitten. In den vier erst genannten Atollen sind 227 Eingeborene ums Leben gekommen, in Jaluit 89, in Arno 6, in Ma­jeru 3, in Mille 129, die meisten wurden von der Flut­welle weggewaschen, nur wenige von fallendenBäumen und Zweigen erschlagen. Weiße sind derFlutwelle und demOrkan nicht zum Opfer gefallen. Zwei von der Flutwelle er­faßte und durch Korallenblöcke verwundete Weiße sind von schwimmenden Eingeborenen gerettet worden. In den Atollen Arno und Mille ist je eine Handelsstation der Jaluit-Gesellschaft weggeschwemmt worden.

Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß auf den verwüsteten Teilen der Atolle nur etwa ein Fünftel des Kokosbaumbestandes erhalten geblieben ist. Diese Bäume und auch der Kokosbaumbestand derjenigen Atollen, welche nicht gänzlich verwüstet wurden, werden, da ihre Blüte zerstört worden ist, erst in einem Jahr wieder Nüsse tragen. Sofort nach dem Orkan haben die Eingeborenen mit der Wiederbepslanzung der verwüsteten Strecken begonnen, die in zwölf Jahren vollen Ertrag liefern kann. In den Atollen Jaluit, Arno und Mille hat jedoch die Flutwelle an zahlreichen, bepflanzt gewesenen Teilen das Korallenriff blosgelegt, so daß diese Stellen in absehbarer Zeit nicht bepslanzbar sind. Die Kopra- produktion der vier verwüsteten Atolle wird in den näch­sten Jahren noch dadurch verringert werden, daß die den Eingeborenen den Hauptbestandteil ihrer Ernährung liefernden Brotfrucht- und Pandanusbäume in diesen Atollen zum größten Teil vernichtet sind, zum anderen Teil derartig gelitten haben, daß sie erst in einem oder zwei Jahren wieder Früchte tragen werden. Die Ein­geborenen sind dadurch gezwungen, die Kokosnüsse als Nahrungsmittel zu verwenden. Die folgende Übersicht zeigt die Ausdehnung des von den einzelnen Atollen erlittenen Schadens:

Atoll

Durchschnitt­liche jährliche Kopraproduktion vor dem

30. Juni 1905

Größe des ver­wüsteten Teils tm Verhältnis zur Größe des Atolls

Bon dem ver­wüsteten Teil in absehbarer Zeit nicht mehr bepslanzbar

Jaluit.

360 000

'/s

V-

Arno.

430 000 -

Majeru....

270 000 -

Vl°

Mille.

310 000 -

°/4

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