Jahrgang 
1907: 1905/1906
Entstehung
Seite
41
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Karnermi.

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Kamerun.

I. Allgemeines.

Ende Dezember 1905 begaben sich Beauftragte der Grenzregulierung.

deutschen wie der englischen Regierung an Ort und Stelle, Nordwestgrenze'

um die Nordwestgrenze des Schutzgebietes von der Mün­dung des Akwa Jafe bis zu einem Punkt etwa 40 Lm nordöstlich der Croß-Schnellen festzulegen und zu ver- marken. Die Ergebnisse liegen zurzeit den beiderseitigen Regierungen vor.

An der Südgrenze vorgekommene Grenzstreitigkeiten Lud- nnd Ostgr-nzc. veranlaßten die deutsche und die französische Regierung im Sommer 1905 sowohl die Süd- als auch die ganze Ostgrenze von Kamerun durch besondere Kommissionen festlegen zu lassen. Die Kommissionen hatten bei Schluß des Berichtsjahres ihre Arbeiten noch nicht beendet. Als wichtiges Ergebnis ist bisher zu erwähnen, daß Missum- Missum, welcher Ort hauptsächlich zu den Grenzzwischen- fällen Anlaß gegeben hatte, zweifelsfrei auf deutschem Gebiete gelegen ist.

Auf dem großen Kamerunberg wurde ein noch Geographische Erschließung, rauchender Krater entdeckt.

Verschiedene nach dem südlichen, bisher noch un­bekannten Teile des Bezirks Bamenda unternommene Expeditionen führten zu der Feststellung, daß daselbst in einer Höhe von 1200 m bis 1400 m eine zahlreiche auf verhältnismäßig hoher Kulturstufe stehende Bevöl­kerung und ein großer Reichtum an Kolabäumen und Olpalmen vorhanden ist.

Auch der nordwestliche Teil desselben Bezirks wurde erforscht. Er scheidet sich in die Hochgebirgscharakter tragenden Länder von Bekom, Oku, Bansso, Kambo, in die llbergangsländer von Bafum, Tukum, Dumbo und Mambila mit ihren zum Teil sehr schroffen Randgebirgen und in das von Kentu an bis zur englischen Grenze sich erstreckende Tiefland. Diese Gebiete sind fast durchweg gut bevölkert und sehr fruchtbar. Kola, Kautschuk und Elfenbein sind die Haupthandelsartikel.

Die zur Unterwerfung der Mbo ausgesandte Ex­pedition hatte insofern Ergebnisse von geographischer und wirtschaftlicher Bedeutung als durch dieselbe südlich von Fontemdorf eine zahlreiche Bevölkerung und ein großer Reichtum des Urwalds an Olpalmen und Nutzhölzern festgestellt und eine Verbindung der bisherigen Routen des Leutnants Rausch im Mbogebiet, Mama und Kabo erzielt wurde.

Im Nordeu des Bezirks Fontemdorf wurde ein Weg von Fongo-Tunga über das Bambutogebirge bekannt.

Nördlich Banjo ausgeführte Erkundungen ergaben das völlige Unbewohntsein des Genderogebirges und des südlich daran grenzenden Landes bis Sambulambo. Durch

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