Veutsch-Südwestafrika
I. Verwaltung.
Die politische Der Frieden des Schutzgebiets wurde nicht gestört.
Lage im Im Süden haben die Bondels unter der Leitung des Bondels kommissariats
Schutzgebiet, begonnen, sich nach und nach an regelmäßige Arbeit zu gewöhnen. Während die Frauen in der Regel im Reservat zurückbleiben, gehen die Männer außerhalb des Reservats auf Arbeit. Da sie sehen, daß ihre Rechte als Arbeitnehmer gewahrt werden, haben sie im Durchschnitt als Arbeiter gutes geleistet. Als bei Warmbad eine kleine Diebesbande auftauchte, wareu Bondels nicht beteiligt.
Die Einsetzung des Rats an Stelle des verstorbenen Häuptlings hat sich bewährt. Die Boudels zählten am 1. Januar 1911 753 Männer, 744 Weiber und 478 Kinder, zusammen 1975 Köpfe. Von den Männern arbeiteten 505, d. h. alle arbeitsfähigen, von den Frauen 215. Simon Kopper verhielt sich ruhig in seinem Reservat bei Lehutitu in Britisch Betschuanaland-Protektorat.
Bei deu Hottentotten und Bastards hat sich nichts Erwähnenswertes ereignet.
Die Herero haben sich weiter an Arbeit gewöhnt. Das Entlaufen in das Feld hat im großen und ganzen infolge der schärferen Kontrolle durch Polizei- vatrouilleu nachgelassen.
Bei den Okombaher Bergdamaras starb der Häuptliug. Ein Nachfolger wurde nicht eingesetzt, sondern ein Rat, ähnlich wie bei den Bondels nnd Bastards.
Das Amboland blieb weiter für den Verkehr geschlossen. Gelegentlich der ' Bereisung durch den Vermessungsdirektor und einen Landmesser wurden auch die Unterlagen für die Festleguug der deutsch-portugiesischen Grenze gesammelt.
Die Einsetzung eines Nachfolgers für den in Ukuanjama gestorbenen Häuptling vollzog sich ohue Streitigkeiten.
Das Okawangogebiet wurde ebenfalls von zwei kleinen Expeditionen bereist, die beide von den dortigen Stämmen sehr entgegenkommend aufgenommen wurden. Es wurde festgestellt, daß das gauze Gebiet nur sehr schwach bevölkert ist (etwa 700V Köpfe). Zwei kleine Stämme mit etwa 2000 Seelen siedelten aus Furcht vor den portugiesischen Stationen vom nördlichen auf das deutsche Ufer über, so daß jetzt das nördliche Ufer, auf welchem früher alle Stämme saßen, ziemlich entvölkert ist. Für die friedliche Entwicklung des Okawango- gebiets ist es von Bedeutung, daß der räuberische Stamm des Häuptlings