Togo
I. Verwaltung.
Die Verhandlungen über die deutsch-französische Grenze waren in den ersten Kartographie Monaten des Jahres 1911 noch nicht zum Abschluß gelangt, so daß auch mit und Ver- der Vermarkung der Grenze oder einzelner Teilstrecken noch nicht begonnen "^stmgs- werden konnte.
Im Vermessungsamt wurden zur Fortführuug der vorhandenen Bücher und Karten und zur Erhaltung der Übereinstimmung dieser Unterlagen mit dem Grundbuche zahlreiche kleinere Fortschreibungsvermessungen ausgeführt.
Die Vermessung der Stadt Agome-Palime wurde so weit fortgeführt, daß die Anlegung des Grundbuchs vorgenommen werden konnte. Größere Vermessungen wurden in Anecho ausgeführt. Die Vermessung der Stadt Atakpame wurde in Angriff genommen.
Eine Übersichtskarte des Stadtbezirks Agome-Palime im Maßstabe 1 : 4000 und ein Lageplan der Ackerbauschule in Nuatjä im Maßstabe 1 : 5000 und 1 : 2000 erschienen im Druck.
Das Verhältnis zu den Eingeborenen war gut. Ein kriegerisches Einschreiten Verhältnis war nirgends notwendig. Im Bezirk Sokode ergaben sich bei der Heranziehung den Ein- vou Teilen der Landschaft Tschamba und der Losso-Landschaften Leon und geborenen. Andjedetarimba zur Steuerleistung geringfügige Schwierigkeiten, die sich jedoch durch persönliches Eingreifen des Bezirksleiters leicht beheben ließen. Ein bewaffnetes Einschreiten war nicht nötig.
Die zahlreichen Todesfälle, die namentlich zu Ende des Bahnbaues unter den aus den Bezirken Sokode und Mangu gestellten Pflichtarbeitern an der Baustrecke vorkamen — es starben insgesamt 366 oder 3,39 v. H. aller für den Bahnbau gestellten Pflichtarbeiter —, machten die Bevölkerung der Nordbezirke gegen länger dauernde Vertragsarbeiten im Süden des Schutzgebiets sehr mißtrauisch und führten im Mangubezirk sogar zu einer Abwanderung von etwa 500 Menschen auf englisches Gebiet.
Islamitische Wanderprediger traten im Schutzgebiet nicht auf. Überhaupt gab der Islam zu Besorgnisse:: keinen Anlaß. Eine in einer erhöhten Werbetätigkeit sich äußernde Reaktion auf die noch näher zu erörternden Reisen der Missionare der christlichen Missionsgesellschaften in die Nordbezirke wurde uicht beobachtet. Immerhin dürfte auch im Berichtsjahre der Islam weitere Fortschritte gemacht haben, teils durch Zuzug von mohammedanischen Händlern nach den mehr und mehr aufblühenden Handelsplätzen an den Bahnstrecken des Schutz-