Dcntsch-Ostafrik«'
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Älnlage A. III.
Schnlberichte.
1. Bericht der Schule iu Tanga.
Die Schule gewinnt immer mehr an innerer Festigkeit und bildet sich langsam aber stetig zu einer Anstalt mit regelrechter Klassen- und Lehrorganisation aus. Zurzeit hat sich die sechsstufige Schule als Praktisch und durchführbar erwiesen.
Eine Schulprüfung mit sich anschließender Versetzung fand um die Jahreswende statt.
Vor allem einer weiteren Förderung in der deutschen Sprache und im Rechnen wegen können die beiden Oberklassen je eines deutschen Lehrers, der seine Kraft der reinen schulgemäßen Unterweisung in seiner Klasse un- gemindert zuwenden muß, nicht entbehren; ein eingeborener Lehrer, und sei er hier noch soweit gefördert, kann einer Oberklasse nicht vorstehen. Die Schüler der Oberklassen sollen befähigt werden, auch die bisher mangels geeigneter Eingeborener mit teuer bezahlten Farbigen (Indern, Goanesen usw.) besetzten Stellen zu übernehmen. Auch im verflossenen Jahre ist wieder eine Anzahl von ausgebildeten Schülern in gutbezahlte Stellungen gelangt.
Die Schule umfaßt 9 Klassen (davon 3 Parallelklassen) mit durchschnittlich 365 Schülern und 12 eingeborenen Lehrkräften. Den Unterricht in der Oberklasse erteilte Lehrer Ramlow, während die Tätigkeit des Rektors Blank neben der Leitung des gesamten Schul- betriebs sich auf die Aufsicht über die einzelnen Klassen selbst, die Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin sowie die Instruktion der eingeborenen Lehrer für ihre Schularbeit beschränken mußte. Größere Schulerfolge und höhere Lehrziele, wie sie zurzeit erreicht werden, würden eine Vermehrung des deutschen Lehrerpersonals voraussetzen.
Der Gesundheitszustand der Schüler während des Berichtsjahres war ein guter; einige Störungen des Unterrichtsbetriebes verursachte die in den letzten Monaten des Jahres 1903 aufgetretene ägyptische Augenkrankheit. Dieselbe erlosch jedoch durch strenge Isolierung der erkrankten Schüler auf der Quarantäneinsel Anfang 1904.
Von den bisher bestehenden Hinterlandsschulen wurden die Schulen in Kitivo und Kizara, nachdem die Universities-Mission in deren Nähe Filialen errichtet hatte, geschlossen. Neue Hinterlandsschulen wurden eröffnet in Potwe (bei Muhesa), Mvuni, Chongoleani und Bamba. Die Nengründungen vollzogen sich ohne Schwierigkeiten, da die Bevölkerung durch das nun siebenjährige Bestehen der Hinterlandsschulen an diese Einrichtung gewöhnt ist, und sich von der wohltätigen Wirkung derselben überzeugt hat. Eine im Dezember 1903 vorgenommene Prüfung der Hinterlandsschüler brachte als Resultat die Übernahme von 84 lese- und schreibkundigen Schülern in die Schule Tanga. Eine eingehende Revision der Hinterlandsschulen erfolgte in den Monaten September und Oktober.
Einen guten Schritt vorwärts kam die Handwerkerschule (Tischlerei und Zimmerei) durch die am 10. Juni erfolgte Anstellung des deutschen Tischlermeisters Rein-