Deutsch-Ostafrika.
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Deutsch-Ostafrika.
I. Allgemeines.
Die Kommission zur Regulierung der Grenzen im Nordwesten gegen den Kongostaat und gegen das britische Uganda-Protektorat hat ihre Arbeiten beendet und arbeitet gegenwärtig an der Festlegung der Grenze vom Victoriasee bis zum Kilimandjaro.
Die öffentliche Ruhe wurde im allgemeinen nicht gestört, einzelne Unbotmäßigkeiten der Eingeborenen waren nur lokaler Natur und konnten durch kurzes polizeiliches Einschreiten unterdrückt werden.
Die in der Denkschrift für das Jahr 1902 bereits erwähnten Expeditionen im Militärbezirk Kilimatinde sowie nach Urundi, Militärbezirk Usnmbura, wurden im Anfang des Berichtsjahres beendet.
Der Herrscher von Urundi, der Muesi Kisabo, hat nach einigen Zusammenstößen und Verhandlungen die deutsche Herrschaft anerkannt.
Die Militärstation Usnmbura ist angewiesen, sich einer weiteren Einmischung in die inneren Verhältnisse des stark bevölkerten Landes Urundi zu enthalten, solange der Muesi Kisabo sich ihr gegenüber weiterhin willig zeigt und stark genug bleibt, um in seinem Lande die Ordnung soweit aufrecht zu erhalten, daß den dortigen Missionaren und Weißen Händlern Sicherheit gewährleistet bleibt.
Einige kleinere Unbotmäßigkeiten der Wahemba (Ostufer des Victoriasees) konnten durch eine kurze Straf- expedition des Militärpostens Schirati im September und Oktober 1903 leicht unterdrückt werden. Der letztgenannte Posten machte auch in diesem Jahre wieder Versuche, räuberische Massaitrupps, die im deutschen Gebiet Vieh gestohlen und friedliche Eingeborene ermordet hatten, zu verfolgen und zu bestrafen, jedoch ohne wesentlichen Erfolg. Es wurden deshalb zur Herstellung erhöhter Sicherheit für die Eingeborenen und die in der Umgegend von Jkoma projektierenden Europäer sowie zur Bewachung der Grenze zwischen dem Victoriasee und dem Kilimandjaro die Grenzposten östlich von Schirati verstärkt und in der Landschaft Ssonjo ein Wanderposten eingerichtet.
Die kriegerischen Expeditionen der Portugiesen am mittleren Rovuma machten eine mehrmonatliche Bewachung der dortigen Grenze erforderlich, um eventuell übertretende Rebellen zu entwaffnen' die mit dieser Aufgabe beauftragte 3. Kompagnie in Lindi brauchte indessen nicht in Tätigkeit zu treten.
In der Organisation der Verwaltung traten keine wesentlichen Veränderungen ein. Die zum 1. April 1903 verfügte Vereinigung des Bezirksamtes Kilossa mit der Militärstation Kisaki zu dem Bezirksamt Morogoro vollzog
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Territorium und Landfrieden.
Verwaltung.