Deutschkunde in: schöngeistigen Schrifttum.
heißt. Jedenfalls legt das Verzeichnis der d. Mrtsnamen, die man behördlich gern vollständiger Vergessenheit übergeben möchte, sprechendes Zeugnis von dein d. Leben ab, das in Ungarn so viele Jahrhundert geherrscht hat, zum Teil noch heute herrscht und hoffentlich noch lange herrschen wird.
Brasilien. Aus Südbrasilien. Erinnerungen und Aufzeichnungen von Dr. w. Breitenbach. S. XVI, 23s. Brackwede i. w. Selbstverlag.
M. 2,5N.
Der Verfasser und Verleger dieser Schrift weilte von ^88;—8H nach Beendigung seiner Universitätsstndien in Südbrasilien, vornehmlich in Porto Alegre, wo er sich als Lehrer und Schriftsteller betätigte. Bach seiner Heimkehr hat er in zahlreichen d. Städten vortrüge über Südbrasilien und die d. Kolonien daselbst gehalten und auch als naturwissenschaftlicher Fachgelehrter eine rege Tätigkeit entwickelt.
Er hat zur Kenntnis Südbrasiliens, unter welchem Kamen er allerdings im Gegensatz zu andern Autoren nur die Staaten Rio Grande do Sul und Santa Katharina versteht, wesentlich beigetragen und bietet seinen Lesern auch in der vorliegenden Schrift eine gediegene Monographie jener Landesteile dar. Dieselbe zeichnet sich durch Klarheit und Sachlichkeit aus, wenngleich sie mehr aus dein Born der persönlichen Erinnerung schöpft, als sich mit der gegenwärtigen Lage beschäftigt.
wer die d. Kolonien von heute kennen lernen will, muß sich schon nach andern Merken umsehen, aber des Verfassers allgemeine Urteile über Land und Leute sind, weil aus guter Beobachtung beruhend, auch heute noch von Mert, und seine Schrift kann darum allen, die sich für jene Gebiete interessieren, aufs wärmste zum Studium empfohlen werden.
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^ Aus einige Irrtümer möchten wir aber doch aus- ! merksam machen, wenn aus S. 26 gesagt wird, daß ! gelbes Fieber und Malaria in Südbrasilien ganz oder ! doch fast ganz unbekannt waren und sind, so kann das ! nur inbezng auf das gelbe Fieber gelten, während die Malaria leider nicht nur in den sumpfigen Küstenstrichen von Santa Katharina, sondern leider auch zuweilen im Innern dieses Staates mit großer Heftigkeit auftritt. Der Unterzeichnete hat sie dort schlimm genug am eigenen Leibe erfahren müssen, hält aber ihr Verschwinden bei Durchführung geeigneter hygienischer Maßregeln ebenso für möglich, wie man durch sie das gelbe Fieber in Rio de Janeiro überwunden hat.
Das Zitat aus S. 35 aus A. v. Eyes Schrift „Der Auswanderer" ist schönfärberisch und darum irreleitend. Es gibt nämlich in Santa Katharina „weder die Kiefer der d. Nadelwälder, noch die Dattelpalme des Nils, und auch die köstlichen Trauben von Malaga, Madeira und Zypern" habe ich in Santa Katharina nirgends zu sehen und zu schmecken bekommen, vielmehr läßt sich die dort angebaute Eantabarebe wegen der ungleichen Keife ihrer Beeren nicht im entferntesten mit der von Rio Grande do Snl vergleichen.
Auf Irrtum beruht es auch, wenn da auf S. 47 gesagt wird, daß der Matebanm in Südbrasilien nicht angepflanzt werde; denn seit mehr als einen: Jahrzehnt hat man hiermit durchaus glückliche Erfolge erzielt, die zu einer beständigen Zunahme der Mateplantagen in Santa Katharina und paranü geführt haben.
wir lassen es bei diesen Einwürfen bewenden, zumal dieselben nur nebensächliche Dinge betreffen und die allgemeine Bedeutung des Werkes für die Kenntnis Südbrasiliens nicht herabmindern. Möchte diesen: eine weite Verbreitung beschieden seinl
München. Aol.-Direktor Albrecht Seil in.
geuttclikrmde im kliöngeNttgen 5cnplMum.
(D. d. —
Sndösterreich. „Der von der Vogelweide". Roman von Franz Karl Ginzkey. 8°, 387 S. Leipzig lyt?, T- Staackmann.
Als völkisches Trntzwahrzeichen an der umstrittenen Sprachgrenze hat das Trienter Standbild Dantes, des Ghibellinen und Gotensprosses aus den: Geschlecht der Aligern, weniger innere Berechtigung als das Denkmal, das die Bozener Walter von der Vogelweide, dem volks- nnd kaisertreuen Sänger und Kämpfer gegen und. Wesen und welsche Arglist, ein paar Jahre vor jenem errichtet haben. Sie wollten den deutschesten Dichter, zugleich ihren Landsmann ehren, nehmen sie ihn jadoch für ihr Tirol in Anspruch nach einer Überlieferung; denn wo er geboren, ist nicht festgestellt.
Mit den Bozenern läßt Ginzkey Walter von: Vogel- weidhof in: Laiener Ried bei Bozen stammen, wo sein Vater einen alten Edelsitz innegehabt habe. Walter ist der Held des Romans, der auch in der Hauptsache auf Tiroler Boden spielt. Dort an der Bordgrenze bei §chwaz trabt er mit seinen: Knappen aus dem Walde und findet gastliche Aufnahme in einer Burg und auf schloß Annas unterhalb von Innsbruck, einen: damals noch unbedeutenden: Mrte bei den: Kloster wilten. In: Gefolge der Gräfin Bta von Tirol und der Tochter des Burggrafen von Säben reitet er dann südwärts über den Brenner der Heimat zu und weilt längere Zeit als Gast
Deutsch.)
in der trntzigen Feste ob Klausen. Mit den: Ritt durchs Pustcrtal, durch Körnten und Frianl nach Aquileja und einer Meerfahrt an der istrischen Küste bis Pola schließt das Werk, wenigstens deutschkundlich für uns; dem: kurz noch wird der Leser mit ihn: zum neu aufsteigenden Stern, den: Stanferjüngling, zur Königskrönung in Frankfurt geführt und dann, in den Krenzzugsvorbcrei- tnngen, noch einmal nach Südtirol an die Stätte, wo sich vor Jahren die Herzen Walters und der Tochter seiner Jugendgeliebten gefunden.
Der Roman führt uns vor Augen, was das d. Volk auch noch seitdem eingebüßt, selbst hier an einer Strasze der Römerzüge. D. waren noch die Herren das sonnige Ltschland hinunter bis nach Trient, dessen streitbarer Bischof Friedrich von wanga (Wangen) „die rebellischen Ritter an: Gardasee, die Herren von Arko und Beseno gezwungen hat, aufs neue den Vasalleneid zu leisten", der unerkannt bei einen: ritterlichen Steche» zwischen den Herren von: Ltschtal und jenen von: Gardasee die „wälschen Stück für Stück aus den: Sattel hebt." — Line Fülle farbenreicher Bilder aus den: ritterlichen und höfischen Leben aus den Burgen und auch in Bischof- sitzen zur Zeit des Minnesanges rollt der Roman vor unsern Augen aus; er spiegelt aber auch andere Zeit- erscheinungen jener bewegten Jahrzehnte wieder: läßt uns den wahnwitzigen Kinderkrenzzng schauen und andere