VII. Karolinen (Saipan).
(Ärztlicher Bericht des auf den Ost-Karolinen stationierten Begierungsarztes Dr. G i r s c h n e r über eine nach Saipan
(Marianen) vom 20. Oktober 1903 bis 29. Februar 1904 ausgeführte Dienstreise.)
Der Aufforderung des Herrn Vizegouverneurs von Ponape entsprechend, trat ich am 19. Oktober 1903 mit der „Oceana“ die Keise nach Saipan an, um dort die ärztliche Tätigkeit während vier Monate auszuüben und traf am 26. Oktober hier ein. Die grofse Zahl der behandlungsbedürftigen Kranken zu versorgen, wurde mir hier durch den Umstand erleichtert und überhaupt möglich gemacht, dafs die Einwohner in Ansiedlungen zusammenwohnen und dafs es somit möglich war ohne zu grofsen Zeitverlust unter Beistand des Lazarettgehilfen die Kranken in ihren Wohnungen täglich nach Bedürfnis zu besuchen. Die etwa 4 km weit entfernt liegende Ansiedlung Tanapag besuchte ich nachmittags auf dem landesüblichen Ochsen wagen zeitweilig ein- bis zweimal wöchentlich.
In der Zeit meiner Anwesenheit sind folgende Krankheiten von mir behandelt worden:
1. Infektionskrankheiten.
Tetanus traumaticus wurde zweimal beobachtet. Der e»ste Fall betraf einen Mann in mittleren Jahren. Da die Eingangspforte des Giftes nicht mehr aufzufinden war, mufste sich die Behandlung auf Darreichung von Linderungsmitteln beschränken. Der Tod trat nach sechs Tagen ein.
Der zweite Kranke war ein neugeborenes Kind, das nach ganz kurzer Krankheitsdauer starb. In diesem Falle waren die Bazillen wohl durch die ISTabelwunde eingewandert. In früheren Jahren