Jahrgang 
1905: 1903/04
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

96

I. Deutsch-Ostafrika.

B. Veterinärärztlicher Teil.

I. Personal.

Zur Wahrnehmung des veterinärärztlichen Dienstes standen wie im Vorjahre zwei Gouvernementstierärzte zur Verfügung, von denen der eine (Gouvernementstierarzt Braue r) sich in wissenschaftlichen Aufgaben, insbesondere Untersuchungen über die Tsetse-Krankheit in Usambara betätigte, der zweite (Gouver- nementstierarzt Geh m a n n) den praktischen Dienst in Daressa­lam versah, die Fleischbeschau daselbst beaufsichtigte, jedoch auch mehrfach auf Dienstreisen in der Bekämpfung von Tierseuchen wirkte.

Aufser den genannten Veterinärärzten sind auch viele Ärzte des Schutzgebietes gelegentlich auf tierärztlichem Gebiete, ins­besondere bei der Feststellung der Verbreitung der Tierseuchen, tätig gewesen.

Zu erwähnen ist hier Stabsarzt Dr. A h lbor v, der durch eine im März 1903 im Aufträge des Gouvernements unternom­mene Beise von Pangani durch Useguha nach Kondoa-Irangi und Mosclii dankenswerte Aufschlüsse über die Verbreitung des Küsten- und Texastiebers und der Tsetsekrankheit in der durch­reisten Gegend geliefert hat, und Stabsarzt Dr. P anse, der seit Ende des Jahres 1903 mit Immunisierungsversuchen gröfseren Umfanges gegen die Tsetsekrankheit in Ssongea im Sonderauf­träge des Gouvernements beschäftigt ist, zu denen die Mittel in Höhe von 10 000 Mark vom kolonialwirtschaftlichen Komitee in Berlin dankenswerterweise zur Verfügung gestellt sind.

Endlich hat eine vom Gouvernement angestellte Sanmiel- forsclmng über die für Deutsch-Ostafrika wichtigsten, durch Ver­änderungen des Blutes charakterisierten Tierkrankheiten, deren umfangreiches Material in Gestalt von Blutpräparaten ausschliefs- licli im Gouvernementskrankenhause zu Daressalam untersucht und bearbeitet worden ist, wichtige Aufschlüsse über die Verbrei­tung insbesondere des Texas- und Küstenfiebers ergeben.

Der Gouvernementstierarzt Brauer hat die Ergebnisse sei­ner Arbeiten in fachwissenschaftlichen Zeitungen veröffentlicht. Es erübrigt sich dadurch, auf dieselben, als überall zugänglich, an dieser Stelle zurückzukommen.