Malariafieber.
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Malariafieber.
Den ersten Platz nnter den Krankheiten des Schutzgebiets nimmt immer noch die Malaria ein, sowohl durch ihre Häufigkeit wie durch ihre Wichtigkeit für das Schutzgebiet.
Über die Zahl der auf den einzelnen Stationen behandelten Malariafälle gibt die Anlage Ia Auskunft. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dafs die Prozentzahlen der letzten Spalte dieser Statistik nur ein ungefähres Bild der Malariamorhidität unter den Europäern geben können, da selbstredend nicht alle Malariaerkrankungen eines Stationsbereichs zur Kenntnis und Behandlung gelangen. Zudem ist zu berücksichtigen, dafs die Malariaziffern nicht nur alle Kückfälle, sondern auch die Erkrankungen gelegentlicher Passanten mit einschliefsen und dafs deshalb ihre wissenschaftliche Verwertung zur Zeit noch nicht unbedingt möglich ist.
Immerhin bleibt auch bei Würdigung der erwähnten Umstände ein genügend klares Bild der Verbreitung und Häufigkeit der Malaria, ein Bild, das im Vergleich zum Vorjahr wesentlich günstiger gestaltet ist. Den acht Stationen, auf denen die Zahl der Malariafälle gegen das Vorjahr noch etwas gewachsen ist, stehen 18 gegenüber, wo sie erheblich abgenonunen hat, eine Abnahme, die sich noch besser illustriert, wenn man die Gesamtzahl der im Schutzgebiet bei Europäern beobachteten Malariafälle mit 456 denen des Vorjahres mit 598 gegenüberstellt. Diese Fortschritte mufs man zweifellos darauf zurückführen, dafs die systematische Anwendung des Chinins sowohl in der Malarianachbehandlung, wie in der Prophylaxe immer mehr Allgemeingut wird, und dafs auch, dank den Bemühungen der Arzte, in Laienkreisen die eine Zeitlang grassierende Chininscheu mehr und mehr verschwindet.
Die Zahlen der farbigen Malariakranken in der Anlage Ia als Material für eine Morbiditätsstatistik zu verwenden, ist selbstredend nicht angängig, weil die ärztliche Berichterstattung sich immer nur auf die im Verhältnis zur Einwohnerzahl des ganzen Bezirks verschwindend kleine Bevölkerung der eigentlichen Station beschränken kann, und auch von dieser nur ein geringer Bruchteil der an Malaria Erkrankten den Arzt zu Kate zieht.
Als ganz frei von endemischer Malaria bezeichnet Oberarzt Dr. Stolowski das Hochland von Upogoro. Er schreibt:
„Malariaerkrankungen kommen unter der schwarzen Bevölkerung sehr selten zur Behandlung. Meist handelt es sich dann um