Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
422
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B. Kamerun.

Da die Kinder bis dahin ihre engere Heimat noch niemals verlassen hatten, so mnß die Ansteckung mit Malaria dortselbst erfolgt sein.

Xaeli Handls Ansicht dürften die Verhältnisse anf dem Balihochlande so liegen, daß das Hochland im allgemeinen ma­lariafrei ist, daß aber die Malariamücken, die bisher anf dem Hochlande noch nicht beobachtet worden waren, in einigen sum­pfigen Schluchten vorhanden sind und gelegentlich der Anwesen­heit von im Tieflande infizierten Personen infiziert werden und es dann bisweilen (unter zufällig günstigen Temperaturverhältnissen) zur Entwicklung der Malariakeime im Anopheles und somit auch zur Infektion von Eingesessenen kommen kann.

,Ferner beobachtete H a ndl zu Bamenda wie auch im Ur­waldgebiete am Fuße des Hochlandes unter den Farbigen eine große Anzahl fieberhafter Erkrankungen, die klinisch das Bild der Malaria tropica, bisweilen das eines schweren Typhoids boten, während wieder andere mit starkem Kopfschmerz und Pupillen­starre auf Meningitis hindeuteten, ohne daß, trotz eifrigen Suchens, hierbei jemals Malariaparasiten nachgewiesen werden konnten.

Im Vorjahr waren auf der Anvang-Expedition mehrere Fälle von akuter Meningitis vorgekommen, deren Diagnose durch die Sektion (in 3 Fällen) bestätigt werden konnte. Es handelte sich durchweg um Convexitäts-Meningitis mit nur ganz geringer Be­teiligung der Basis. Malariaparasiten oder Pigment war nicht aufzufinden gewesen.

H. Kranken-Zu- und -Abgang, a. Deutsche Militärpersonen.

A. Krankeiizugang.

Bei einem Bestand aus dem Vorjahr von einem Krankheits­fälle im Lazarett belief sich der Krankenzugang im Berichtsjahre 1904/05 auf 237 Fälle, <1. i. 2821°/ 00 der Iststärke, gegen 2986°/,, 0 im Berichtsjahr 1902/03 und 2530°/ O o im Vorjahre.

Von den 237 Zugängen wurden im Lazarett behandelt 170 Fälle 2023,8°/oo, im Bevier 05 = 773,8°/ 00 , im Lazarett und Revier 2 = 23,S 0 /oo der Iststärke.

Alle 238 Krankheitsfälle zusammen (einschließlich des 1 Be­standes) erforderten eine Behandlungsdauer von 1800 Tagen, und zwar 1358 Tage im Lazarett und 502 Tage im Revier (gegen 2548