Generalsanitätsbericht über d. Kaiserl. Schutztruppe f. d. Berichtsjahr 1904 05. 421
zählte, daß ein dritter Mann an dieser Krankheit unterwegs gestorben sei.
Bei dem hier Verstorbenen wurde durch die Sektion allgemeine Gelbsucht festgestellt, deren Ursache nicht aufgeklärt wurde. Der Urin war dunkelbraun und enthielt Gallenfarbstoff. Ich dachte damals an eine Vergiftung mit irgendwelchen unbekannten giftigen Stoffen.
Die Nachrichten aus dem Graslande und aus dem Hinterlande von Jabassi, wonach dort epidemische Erkrankungen mit dunkel- rotem Urin und Benommenheit auf treten, brachten mich zu der Annahme, daß diese von mir hier an den Soldaten beobachtete Erkrankung mit der in den genannten Gebieten beobachteten Erkrankung identisch ist. Einige hielten die Erkrankung wegen des dunklen Urins für Schwarzwasser, andere wegen der Benommenheit für Schlafkrankheit.
Vach meiner Ansicht handelt es sich in all diesen Fällen um eine epidemisch unter dem Bilde einer schweren Gelbsucht auftretende, fast stets tödlich endende Krankheit, die wahrscheinlich mit dem Gelbfieber identisch ist.
4. Generalsanitätsbericht über die Kaiserliche Schutztruppe für Kamerun für das Berichtsjahr 1904/05.
(Erstattet vom Oberstabsarzt I)r. Zupitza.)
I. Allgemeines.
Wissenschaftliche Beobach tunge n. V on den nur spärlich vorliegenden Beobachtungen auf wissenschaftlichpraktischem Gebiete verdienen folgende als wichtig hervorgehoben zu werden : Aus Bamenda bzw. Bafuen, Orten auf dem Hochlande von Bali, welches bei einer Höhe von 1300 bis 1500 m ii. M. und bei niederen Nachttemperaturen, die häufig bis auf -fi 10° C. heruntergehen, vielfach für absolut malariafrei gehalten wird, kam je 1 Kind von 12 bis 13 Jahren unter schweren Allgemeinerscheinungen in Behandlung auf Station. Im Blute der Kranken fand Oberarzt Dr. Hand! massenhafte Bingformen der Malaria tropica. Beide Erkrankungen verliefen tödlich.